Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim, die Bewohner aus eigener Tasche tragen müssen, sind erneut kräftig gestiegen. Im Nordosten fällt der Anstieg besonders stark aus.
Pflegebedürftige in deutschen Heimen mussten zum Stichtag 1. Juli im ersten Jahr im bundesweiten Schnitt 3364 Euro pro Monat selbst zahlen. Das waren 119 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 256 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
In der Summe enthalten sind der Eigenanteil für Pflege und Betreuung sowie Zahlungen für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten. Die Pflegeversicherung übernimmt anders als die Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten.
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Mecklenburg-Vorpommern mit überdurchschnittlichem Anstieg
Regional gibt es erhebliche Unterschiede. Am teuersten war die Pflege im ersten Heimjahr in Bremen mit 3761 Euro und im Saarland mit 3695 Euro pro Monat. Am niedrigsten fiel die Belastung in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 2891 Euro aus.
In Mecklenburg-Vorpommern lag der monatliche Eigenanteil im ersten Jahr bei 3032 Euro. Das ist zwar weniger als im Bundesschnitt, allerdings stieg die Belastung im Nordosten mit 280 Euro binnen eines Jahres stärker als bundesweit. Der vdek erklärt die Unterschiede zwischen den Ländern mit abweichenden Personalkosten und unterschiedlichen Investitionen der Länder.
Pflegewohngeld nur in drei Ländern
Mecklenburg-Vorpommern gehört neben Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zu den bundesweit nur drei Ländern, in denen Pflegebedürftige zusätzlich Pflegewohngeld beantragen können. Damit werden die Investitionskosten teilweise oder komplett übernommen. In Brandenburg besteht diese Möglichkeit nicht – dort müssen Heimbewohner die Investitionskosten in voller Höhe selbst tragen.
Die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner nahm die Länder in die Pflicht: „Investitionskosten sind Ländersache und müssen endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden.“ Das gelte auch für die Ausbildungskosten des Pflegepersonals. Würden die Länder diese Kosten übernehmen, müssten Heimbewohner rund 650 Euro weniger zahlen.
Personal als wesentlicher Kostentreiber
Als wesentlichen Grund für den Anstieg nennt der Verband die Personalausgaben. Seit 2022 dürfen Heime nur noch Verträge mit den Pflegekassen schließen, wenn sie nach Tarif oder ähnlich bezahlen. Der Ausgangswert für den reinen Pflege-Eigenanteil stieg dadurch im Bundesschnitt auf 2088 Euro im Monat – 226 Euro mehr als im Juli 2025. Auch Unterkunft und Verpflegung wurden teurer und schlagen nun mit durchschnittlich 1086 Euro pro Monat zu Buche.
Elsner sagte: „Es gab Nachholbedarf, und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden. Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt.“ Die geplante Pflegereform müsse eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen.
Reformpläne sehen Einsparungen vor
Nach den Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll bei den Entlastungszuschlägen der Pflegekasse gespart werden. Bislang wird der Eigenanteil für die reine Pflege im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Laut Entwurf des Gesundheitsministeriums sollen die Spannen bis zur nächsthöheren Stufe von 12 auf 18 Monate verlängert werden. Das würde die Pflegekassen im kommenden Jahr um 2,6 Milliarden Euro entlasten – Geld, das nicht bei den Pflegebedürftigen ankommt. (mit dpa)
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