Wo gibt es eigentlich noch einen echten Markt? Energie, Landwirtschaft, Lebensmittel und Pharma etwa sind stark reguliert und subventioniert. Automobil, Maschinenbau oder Rohstoffe durch Zölle oder Subventionen verzerrt. Manche Märkte wie Verkehr, Recycling oder viele Bereiche im Dienstleistungssektor gäbe es ohne staatliche Unterstützung oder diverse Förderprogramme gar nicht.
Dennoch hört man gerne von Unternehmern oder Politikern, dass man hier oder dort nicht in den „Markt“ eingreifen solle – je nachdem, wie es eben gerade opportun ist. Ist der Staat zu übergriffig geworden? Oder die Lobbyisten? Oder ist das alles über die Jahre organisch gewuchert? Die Staatsquote, also die anteiligen staatlichen Ausgaben an der deutschen Wirtschaftskraft, liegt bei mehr als 50 Prozent. Wie finden wir wieder zu mehr Marktwirtschaft zurück? Wir haben mit Tim Krieger dazu gesprochen, einem echten ordoliberalen Ökonomen.
Bürokratie
Statt Wettbewerb: Muss der Staat wirklich alles regeln, Herr Krieger?
Die Staatsquote liegt bei 50 Prozent, die Bürokratie wuchert und Reformen wackeln. Höchste Zeit für mehr Marktwirtschaft. Ein Interview mit Deutschlands ordoliberaler Instanz.
10 Min
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Professor Tim Krieger von der Uni Freiburg ist ordoliberaler Ökonom: Bei den Deutschen beobachtet er das Phänomen des Nullsummendenkens.
© Harald Neumann
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