Die Arbeiten zur Verlegung von Pipelines im Rahmen des rumänischen Tiefseegasprojekts Neptun Deep im Schwarzen Meer haben begonnen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Beginn der Gasförderung ist dem Bericht zufolge für 2027 geplant und könnte Rumäniens Gasproduktion verdoppeln.
Das Projekt ist ein Joint Venture zwischen dem Energiekonzern OMV Petrom und dem staatlichen Unternehmen Romgaz. „Mit geschätzten förderbaren Mengen von rund 100 Milliarden Kubikmetern Erdgas wird Rumänien durch Neptun Deep zum größten Gasproduzenten der Europäischen Union aufsteigen“, heißt es auf der Website von OMV Petrom.
Auch Lieferungen nach Deutschland geplant
Beliefert werden sollen laut Reuters unter anderem Deutschland und Moldau, auch die Slowakei habe Interesse gezeigt. „Neptun Deep ist ein strategisches Projekt für Rumänien und die Energiesicherheit der Region“, sagte Christina Verchere, CEO von OMV Petrom, laut der rumänischen Zeitung Adevărul.
Bei einer Zeremonie zum offiziellen Beginn der Pipelinearbeiten am Montag erklärte sie laut Reuters, Rumänien erhalte durch das Projekt „eine viel größere Bühne in der Europäischen Union“. Sie fügte hinzu: „Ich denke, es ist eine Erinnerung für uns, dass wir, wenn wir hier in Europa Zugang zu einheimischem Erdgas haben, dieses auch entwickeln und sicherstellen sollten.“
Unter anderem hatte Greenpeace im Jahr 2025 kritisiert, das Vorhaben würde große Mengen Treibhausgase verursachen und den Lebensraum von Tieren gefährden. OMV Petrom erklärt auf seiner Website, die CO₂-Emissionen von Neptun Deep sollen durch „innovatives Design und Prozesstechnologien“ niedriger ausfallen als im Branchendurchschnitt.
160 Kilometer lange Pipeline geplant
Vorstandsmitglied Cristian Hubati sagte laut Reuters, die Verlegung der Pipeline werde zwei Monate dauern, die Gasmessanlage an Land solle bis zum Sommer fertiggestellt werden. Sechs weitere Tiefseebohrungen stehen dem Bericht zufolge noch aus.
Die Verlegung der 160 Kilometer langen Pipeline von den Offshore-Bohrstellen bis an Land übernehmen nach Reuters-Angaben zwei Schiffe des italienischen Unternehmens Saipem. Eines davon, das Schiff Castoro 10, verlegt laut Adevărul den ersten Abschnitt in Küstennähe; die Anbindung erfolgt über einen bereits gebauten Mikrotunnel im Ort Tuzla. Insgesamt sollen in diesem Jahr rund 50 Schiffe im Schwarzen Meer im Einsatz sein.
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