Kriminalität

Pistolenfeuer in der Feurigstraße: Mann wird von mehreren Schüssen getroffen

Ein 26-Jähriger wird in Schöneberg niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Gerieten da zwei Clans aneinander?

2 Min
Eine Polizistin stellt Patronenhülsen am Tatort in der Feurigstraße sicher.

Eine Polizistin stellt Patronenhülsen am Tatort in der Feurigstraße sicher.

© Olaf Wagner

Schon wieder fielen in Berlin Schüsse auf offener Straße. Und wieder wurde jemand schwer verletzt – dieses Mal in Schöneberg. Am Dienstagabend, gegen 20.20 Uhr, gingen bei Polizei und Feuerwehr mehrere Notrufe von Anwohnern ein, die Schüsse gehört hatten.

In der Feurigstraße war ein Mann aus einer Personengruppe heraus angeschossen worden. Der oder die Schützen drückten mehrfach ab; der 26-Jährige erlitt mehrere Schussverletzungen. Nachdem eine Ersthelferin und ein Ersthelfer ihn am Tatort versorgt hatten, übernahmen die eingetroffenen Rettungskräfte der Feuerwehr die medizinische Behandlung und brachten ihn in ein Krankenhaus. Dort wurde er notoperiert. Nach Angaben der Ärzte ist sein Zustand inzwischen stabil.

Wie die Polizei mitteilte, flüchteten die bislang unbekannten Täter vom Tatort. Die 5. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

„Berlin ist und bleibt der Hotspot der Waffengewalt“, erklärte der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, nach dem Vorfall. „Durch die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen müssen wir längst über jede Menge Halbstarke reden, die dann mitunter auch gezielte Auftragstaten übernehmen, ohne in feste Strukturen eingebunden zu sein.“

Erpressungen und Drogenkonflikte

Die Schusswaffengewalt hat in Berlin massiv zugenommen. Fast täglich fallen auf den Straßen der Stadt Schüsse. So wurde am 12. August ein 40-jähriger Mann in einer Bar in Wedding durch Schüsse verletzt. Am 9. August wurde bei einer Auseinandersetzung auf dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten ein 30-jähriger Mann erschossen.

Nach Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei den vielen Schussabgaben zum Teil um Erpressungen von Geschäftsleuten durch türkische Banden. So explodierte im Juli zum Beispiel eine Handgranate auf dem Gelände eines Autohandels in Zehlendorf. In anderen Fällen handelt es sich um Auseinandersetzungen zwischen Banden, etwa im Zuge von Drogengeschäften. Auch Mitglieder arabischer Clans gerieten in der Vergangenheit immer wieder aneinander.

Wegen der vielen Schussabgaben gründete die Polizei Ende 2025 die Ermittlungsgruppe „Ferrum“ (lateinisch für Eisen). Diese konnte inzwischen mehrere Tatverdächtige ermitteln, gegen die Haftbefehle erlassen wurden.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner