BERLIN, 29. April. Platte werden Neubauten der DDR heute oft genannt. Das klingt nicht besonders nett, obwohl es mancher liebevoll meint. Mit den Wohnhäusern verbinden viele modernen Komfort, wie Zentralheizung und fließend Warmwasser. Andere sehen darin lediglich Wohnsilos, die billig gebaut wurden und die die Städte verschandeln. Letzlich geht es um Geschmack und um Erfahrungen, die der Einzelne mit den Neubauten verbindet. Dabei reden die Kontrahenten unter Umständen von ganz unterschiedlichen Haustypen. Solide verschweißtEnde der 60er wurde die moderne Bauweise mit Platten entwickelt, um möglichst schnell möglichst viele Wohnungen zu schaffen. Fast parallel gab es den Typ QP und P2. Erst später kam noch die Variante WBS 70 hinzu. Gemeinsam ist den Häusern, dass sie aus industriell vorgefertigten Platten zusammengesetzt wurden. Das heißt, es wurde nicht mehr Stein auf Stein gebaut. Dennoch sind die Platten sehr solide, wie jeder Bauarbeiter feststellt, der derzeit ein solches Haus abreißen soll. Die Verbindungsstücke in dem Stahlbeton sind jeweils fest miteinander verschweißt und müssen meist durch Schweißen auch wieder voneinander getrennt werden - eine aufwändige Arbeit. Dieses Schicksal droht ohnehin nicht allen Plattenbauten. Im Gegenteil: Einige Häuser werden verkauft. Wie die Nummer 12 bis 14 in der Barnimstraße in Berlin Friedrichshain. Das Gebäude ist vom Haustyp P2 und wurde im Jahr 1968 errichtet. Die Besonderheit ist daran, dass es so genannte Verteilerstockwerke gibt. Der Fahrstuhl, der aus Kostengründen nur alle drei Stockwerke hält, führt auf einen langen Flur. Dieser verbindet zwei Treppenaufgänge und ist Fluchtweg im Fall eines Brandes. Hier haben einige Bewohner statt eines Kellerraumes eine Kammer zum Abstellen von Hausrat. Der Typ P2 ist so konstruiert, dass die Treppenhäuser tragen und die Außenwände nur davor gestellt sind. In diesen Plattenelementen wurden Fenster großzügig ausgespart. Im Wohnraum gehen sie fast bis zum Boden und lassen jede Menge Licht hinein. Die Wohnungen werden vor Verkauf von der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain auf einen moderneren Standard gebracht. Vor allem wird die einst fensterlose Küche mit dem Wohnzimmer verbunden. Denn die Lösung, mit nur einer Durchreiche als Licht- und Luftquelle - wie zu DDR-Zeiten - fanden kaum Käufer überzeugend. ------------------------------Foto: Klassiker aus dem Jahr 1968: der Plattenbautyp P2 in der Barnimstraße 12-14.
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