Essay

Warum Polen und Ostdeutsche einander näher sind, als viele glauben

Gemeinsame Erfahrungen des Sozialismus verbinden Polen und Ostdeutsche bis heute. Doch beim Blick auf Russland, Krieg und Frieden gibt es Unterschiede. Ein Essay.

Jan Opielka
Jan Opielka
16 Min
Frankfurt (Oder) und Słubice: Die deutsch-polnische Doppelstadt an der Oder steht sinnbildlich für die enge Verbindung und die unterschiedlichen historischen Prägungen Ostdeutschlands und Polens.

Frankfurt (Oder) und Słubice: Die deutsch-polnische Doppelstadt an der Oder steht sinnbildlich für die enge Verbindung und die unterschiedlichen historischen Prägungen Ostdeutschlands und Polens.

© Emmanuele Contini/imago

Ich kenne nicht viele Witze, aber einer steckt so tief in meinem Kopf, dass ich ihn als Kein-Witze-Erzähler manchmal doch aufbiete; in der gestressten Hoffnung, dass jemand lacht. Oder zumindest versteht. Er stammt aus den 1980er Jahren, und geht so: zwei Hunde treffen sich schwimmend in der Mitte der Oder, an der deutsch-polnischen Grenze, oder vielmehr an der Grenze der DDR zur Volksrepublik Polen. Der deutsche Hund fragt den polnischen: „Warum schwimmst du denn rüber?“ Da antwortet der polnische: „Um einmal ordentlich zu fressen. Und warum schwimmst du rüber?“ Und der deutsche Hund antwortet: „Um einmal ordentlich zu bellen.“

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