Mariusz Piotrowski ist ein Gewerkschafter, wie er im Buche steht. Der 40-jährige berufserfahrene Schweißer redet leidenschaftlich, wenn er während der gemeinsamen Autofahrt von „seinen Leuten“ spricht: von den Arbeitern des Unternehmens Jeremias in der westpolnischen Stadt Gniezno (dt. Gnesen). Unter Piotrowskis Führung rief die kleine, aber kämpferische Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) in dem rund 300 Beschäftigte zählenden Betrieb im Frühjahr 2025 einen Streik aus. Es ging um eine Lohnerhöhung, eine längere Pause und die monatsweise Abrechnung von Überstunden in dem Betrieb, der einen deutschen Inhaber hat und Industrieschornsteine herstellt. „Der 41-tägige Streik hatte turbulente Folgen“, erzählt Piotrowski.
Polen
Der Preis des polnischen Wirtschaftswunders: Arbeiter kämpfen um ihre Rechte
Polens Wirtschaft wächst rasant und hat beim Bruttoinlandsprodukt sogar die Schweiz überholt. Doch hinter dem Erfolg verbergen sich soziale und wirtschaftliche Schattenseiten.
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Polens Boom begeistert Europa. Doch hinter Rekordwachstum und Vollbeschäftigung kämpfen Arbeiter um faire Löhne, Mitbestimmung und Gewerkschaftsrechte.
© Markus Mainka/imago
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