Politiker und Ärzte kritisieren Aufnahmepraxis in Kliniken

"Das ist eine Bedrohung der Patienten"

Fina Geschonneck
2 Min

Politiker und Ärztekammer haben die Praxis zahlreicher Berliner Krankenhäuser gegenüber Versicherten der Betriebskrankenkasse (BKK) Berlin kritisiert. Wie berichtet, verlangen viele Kliniken vor einer planbaren Operation die schriftliche Zusicherung, dass die BKK Berlin die Kosten übernimmt ansonsten werden die Patienten abgewiesen. Gleichzeitig müssen diese eine Erklärung unterschreiben, dass sie die Behandlung notfalls aus eigener Tasche bezahlen. Grund ist, dass die Kasse die Kosten für eine stationäre Behandlung zunächst auf wenige Tage befristet und erst nach einer Prüfung des Falles komplett bezahlen will. Die Berliner Ärztekammer forderte die Krankenhäuser am Sonntag auf, ihre Praxis zu ändern. "Es ist nicht tragbar, wenn Patienten wie eine Geisel benutzt werden", sagte Sprecherin Sybille Golkowski. BKK Berlin und Kliniken müssten vor Gericht gehen, wenn sie sich nicht einigen könnten.Für den parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Hans-Peter Seitz, ist die Vorgehensweise der Krankenhäuser "unerträglich, da dies auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird". Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Bernd Köppl, übte Kritik: "Das Verhalten der Kliniken ist gegenüber den BKK-Patienten ganz schädlich". Mit der Diagnose des Arztes, die eine stationäre Behandlung erforderlich macht, gebe es nach Ansicht von Köppl seitens der Krankenkasse die Verpflichtung, dass bezahlt werden muss. Vor diesem Hintergrund sei es unwichtig, ob die Patienten mit einer befristeten oder unbefristeten Kostenübernahme in die Klinik kämen. Für nicht rechtens hält Köppl die Erklärung, mit der die Patienten versichern sollen, notfalls die Kosten für die Behandlung selbst zu zahlen. "Es gibt keinen Grund, die Betroffenen dafür haftbar zu machen, das ist eine Bedrohung des Patienten", sagte Köppl. Ursula Zimmermann, Leiterin für Versorgungs- und Kostenmanagement der BKK Berlin, verwies am Sonntag darauf, dass man sich bei der Ausstellung der Kostenübernahme an der Erkrankung orientiere. "Wenn eine Verlängerung notwendig ist, bewilligen wir dies natürlich", sagte Zimmermann. In den Berliner Kliniken würden die Ausgaben für die medizinische Behandlung eines Falls um ein Drittel höher liegen als im Bundesdurchschnitt. Betroffene Patienten sollen sich zu den Bürozeiten unter der Telefonnummer 88 95 25 50 melden.

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