HENNIGSDORF. Warum am Wochenende eine 22-jährige Diskothekenbesucherin in Hennigsdorf sterben musste, wird wohl erst in zwei Wochen feststehen. So lange dauert eine "feingewebliche Analyse" im Rahmen der Obduktion, die die Neuruppiner Staatsanwaltschaft jetzt angeordnet hat. Der Verdacht gehe allerdings in "Richtung Drogen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher. Daher werde jetzt auch gegen den 23-jährigen Freund der Verstorbenen ermittelt, zunächst wegen des Verdachts auf Drogenbesitz. "Ob das Mädchen von ihm Rauschgift bekommen hat, können wir so noch nicht nachweisen", sagte Schnittcher. Vermutlich hätten jedoch beide in jener Nacht zum Sonntag Drogen gekauft und konsumiert.Die 22-jährige Berlinerin war am Sonntagmorgen nach durchtanzter Nacht vor der Techno-Diskothek "Magic Gate" auf dem Gelände des alten Stahlwerks zusammengebrochen und hatte das Bewusstsein verloren. Ein Notarzt konnte die Frau zwar zunächst reanimieren, sie starb jedoch gegen halb zehn im Krankenhaus Hennigsdorf. Eine erste Obduktion brachte keinen Befund zur Todesursache. Auch Ermittlungen gegen mögliche Drogendealer in und vor der Diskothek blieben zunächst erfolglos. Der Begleiter der verstorbenen 22-Jährigen hatte bei einer Gegenüberstellung niemanden wiedererkannt, mit dem das Paar aus Berlin Kontakt gehabt haben könnte."Magic Gate" bleibt geöffnetDie Geschäftsführerin des "Magic Gate", Daniela Urbat, wies indes jede Mitschuld am Tod des Mädchens von sich. "Drogen sind ein gesamtgesellschaftliches Problem", sagte sie. "Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand." So gebe es im "Magic Gate" - wo seit zweieinhalb Jahren Techno-Nächte mit regelmäßig rund tausend Teilnehmern stattfinden - nicht nur strenge Kontrollen. Auch Obst, Süßigkeiten und Knabbergebäck würden kostenlos bereit gestellt, bei Bedarf sogar freie Getränke - um Erschöpfungszuständen und Zusammenbrüchen vorzubeugen. "Wir werden jetzt aber intensiver in die Drogenaufklärung einsteigen", sagte Urbat. Zusammen mit der Stadt wolle man ein "neues Aufklärungsmodell" entwickeln, das die Gefahren des Konsums von Ecstasy-Tabletten und anderen Rauschgiften deutlicher macht.Mit Erlaubnis des Ordungsamts könne die nächste große Techno-Nacht am 16. März jedoch wie gewohnt stattfinden, sagte Daniela Urbat. Bis auf eine Ausnahme: "Es wird eine Schweigeminute zum Gedenken an die Tote geben." (jan.)
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