Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht davon aus, dass die zwei Tatverdächtigen aus dem rechtsextremistischen Spektrum kommen.
Das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ wurde in der Nacht zu Donnerstag erneut angegriffen. Dies teilte die Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ auf Instagram mit. Zwei Unbekannte hätten Brandsätze auf das bewohnte Haus geworfen.
Brandanschlag auf Wohnprojekt im vergangenen Jahr
Die Polizei konnten einen kleinen Brand nahe dem Wohnprojekt löschen. Verletzt wurde niemand. „Aufgrund der Tatsache, dass sich zur Tatzeit Personen in dem Haus aufhielten, ermittelt die Polizei zunächst wegen des Verdachts des versuchten Mordes, vorbehaltlich der konkreten Bewertung der Staatsanwaltschaft“, teilte sie mit. Da es sich um ein alternatives Szeneobjekt handle, habe der Staatsschutz eine Ermittlungsgruppe mit der Mordkommission gegründet.
Im vergangenen Jahr gab es bereits mutmaßliche Anschläge auf das Wohnprojekt „Zelle 79“. Kurz vor Silvester sei versucht worden, die Tür mit einem Böller aufzusprengen. In einem anderen Fall sei Pyrotechnik auf das Haus geschossen worden, sagte ein Polizeisprecher.
Der Brandanschlag ereingete sich während der Aktionswochen zum Christopher Street Day in Cottbus. Bewohner des Hauses hatten ein CSD-Plakat und eine Regenbogenflagge aufgehängt. Der Sprecher der Initiative, Lukas Pellio, nannte den Anschlag daher einen „Angriff auf queeres Leben in Cottbus“. Bereits im vergangenen Jahr habe es im Rahmen der CSD-Aktionswochen einen Brandanschlag auf eine andere Initiative gegeben.
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