In Kreuzberg hat ein Polizist in der Nacht auf ein Auto geschossen. Kurz vor zwei Uhr eskalierte in der Ritterstraße das Zusammentreffen von Einsatzkräften der Polizei mit den Insassen eines hochmotorisierten Wagens.
Zuvor hätten die Insassen einen Beamten mit Reizgas besprüht und seien zurück ins Fahrzeug geflüchtet, teilte die Polizei mit. Als der Fahrer beschleunigte und laut Polizei auf den Beamten zufuhr, gab ein Kollege einen Schuss auf einen Reifen ab. Der Polizist rettete sich den Angaben zufolge mit einem Sprung zur Seite. Das Auto entkam trotzdem – die Verdächtigen sind flüchtig, die Fahndung läuft.
„Wir schaffen es nicht mehr!“ Berlins Polizisten müssen wegen Schießereien mehr Wache schieben
„Hauptstadt der Waffengewalt“: Mann auf der Sonnenallee erschossen, Verdächtige flüchtig
Was in der Ritterstraße geschah
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren die zivilen Kräfte der 32. Einsatzhundertschaft kurz vor 2 Uhr in der Ritterstraße unterwegs. Neben ihnen habe ein hochmotorisierter Pkw angehalten. Die Insassen stiegen aus und besprühten nach einem kurzen Streitgespräch einen der Beamten mit einem Pfefferspray.
Danach flüchteten die Tatverdächtigen zurück in den Wagen. Der mit Reizgas besprühte Beamte trat vor das Auto auf die Fahrbahn. In diesem Moment setzte der Fahrer das Fahrzeug nach Darstellung der Polizei schlagartig in Bewegung und fuhr auf den Beamten zu.
Um den bedrohten Kollegen zu schützen, gab ein anderer Polizist einen Schuss auf einen Reifen des stark beschleunigenden Autos ab. Der Beamte konnte sich den Angaben zufolge nur durch einen Sprung zur Seite vor dem Überfahren retten.
Der Schuss stoppte den Wagen nicht. Nach Angaben der Polizei setzte der Pkw seine Fahrt über die Ritterstraße und den Segitzdamm in Richtung Wassertorplatz fort. Die Insassen entkamen.
Weswegen die Polizei jetzt ermittelt
Die Ermittlungen führt das zuständige Fachkommissariat der Polizeidirektion. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil von Polizeibeamten, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie weiterer Straftaten. Die Fahndung nach den Insassen des Fahrzeugs dauert an.
Offen ist bislang, wer in dem Wagen saß und warum die Insassen die Zivilbeamten überhaupt ansprachen. Die Polizei machte in ihrer Mitteilung keine Angaben zu einem möglichen Motiv oder zur Zahl der Insassen. Auch dazu, ob durch den Schuss auf den Reifen jemand verletzt wurde, äußerte sie sich zunächst nicht.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]