Auch nach dem G-8-Gipfel in Heiligendamm nimmt die Zahl von Brandanschlägen in Berlin nicht ab. Dreizehn abgebrannte Autos in Friedrichshain, Schöneberg und Neukölln, zersplitterte Scheiben eines Jobcenters in Neukölln, eine kaputte Fensterfront einer Bankfiliale in Prenzlauer Berg, brennende Autoreifen in Treptow - so lautete die Bilanz von Freitagnacht bis zum Sonntagmittag. Von den Tätern hat der Staatsschutz keine Spur. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kündigte am Wochenende an, die Zahl der Streifen weiter zu erhöhen. Auch mehr Fahnder in Zivil sollen eingesetzt werden. Bereits am Freitag war es in Mitte zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 600 Autonome hatten sich, wie berichtet, nach ihrer Rückfahrt aus Rostock gegen 21 Uhr zunächst in den Hackeschen Höfen getroffen. In einer so genannten Spontandemonstration marschierten sie danach zum Rosenthaler Platz. Dabei wurden mehrere Autos beschädigt. Vereinzelt flogen Steine und Flaschen. Die Polizei, die nach eigenen Angaben mit 1 000 Beamten im Einsatz war, nahm fünf Demonstranten fest. Gegen ein Uhr hatte sich die Lage beruhigt. In den kommenden Tagen erwarten Polizisten weitere Aktionen der Autonomen. Diese werden sich gegen den Verkauf des autonomen Wohnprojekts Köpi an der Köpenicker Straße wehren, vermuten Ermittler. (ls.)
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