Kriminalität

Fast 1000 Straftaten: Berliner Polizei sieht Clankriminalität auf dem Vormarsch

Die Zahl der Tatverdächtigen aus dem Clanmillieu steigt klar, fast 1000 Straftaten kamen in 2025 zusammen. Firmen werden zur Verschleierung krimineller Aktivitäten genutzt.

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Polizisten, die eine Ramme bei sich tragen, bei einem Einsatz vor einer Villa aus dem Clan-Milieu

Polizisten, die eine Ramme bei sich tragen, bei einem Einsatz vor einer Villa aus dem Clan-Milieu

© Jens Kalaene/dpa

In Berlin werden mehr Personen dem Phänomenbereich Clankriminalität zugerechnet als im Vorjahr. Auch die Zahl der erfassten Straftaten ist gestiegen. Die Polizei sieht eine zunehmende Verflechtung mit legalen Wirtschaftsbereichen.

Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport und die Polizei Berlin haben das Lagebild Clankriminalität 2025 vorgestellt. Demnach wurden mit Stand 9. Januar 2026 insgesamt 685 Personen dem Phänomenbereich der Clankriminalität zugerechnet. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus der am Freitag veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden in diesem Zusammenhang 952 Straftaten, begangen durch 342 Tatverdächtige. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg damit um 16 Prozent, die der Straftaten um 12 Prozent.

Schwerpunkte bei Rohheits- und Verkehrsdelikten

Den größten Anteil an den erfassten Taten machten den Angaben zufolge Rohheitsdelikte – darunter Straftaten gegen die persönliche Freiheit, Körperverletzung und Raub – mit 23 Prozent aus. Darauf folgten Verkehrsstraftaten und Diebstahlsdelikte mit jeweils 15,65 Prozent. Zentrale Arbeitsfelder waren laut Senatsverwaltung wie im Vorjahr die frühzeitige Intervention, Prävention sowie das Vorgehen gegen inkriminierte Autovermietungen.

Die Polizei Berlin teilte in ihrem Fazit mit, sie habe ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Clankriminalität im Jahr 2025 konsequent fortgeführt. Clankriminalität sei wesentlich durch die systematische Nutzung familiärer, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen geprägt, um kriminelle Aktivitäten zu ermöglichen oder zu verschleiern. Aufgrund des Dunkelfeldes seien Strukturerkenntnisse für die Bekämpfung entscheidend.

Autovermietungen und Co. als Vorwand

Als Herausforderung benennt die Polizei die zunehmende Durchdringung legaler Wirtschaftsbereiche, den Einsatz komplexer Firmenkonstrukte sowie die verstärkte Nutzung digitaler Kommunikations- und Finanzwege. Vor diesem Hintergrund komme der Vermögensabschöpfung und dem Entzug illegal erlangter Vermögenswerte eine zentrale Bedeutung zu. Inkriminierte Autovermietungen verdeutlichten exemplarisch, wie legale Geschäftsmodelle zur Verschleierung illegaler Aktivitäten genutzt werden könnten.

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Der ressortübergreifende Ansatz sowie die wachsende nationale und internationale Vernetzung hätten sich auch 2025 als tragende Säulen der Bekämpfungsstrategie erwiesen, hieß es von der Polizei weiter. Kontrolleinsätze, strafrechtliche Ermittlungen und administrative Maßnahmen griffen zunehmend ineinander.

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