Vor der Rheinmetall-Niederlassung im Berliner Stadtteil Wedding hat ein Polizist bei der Kontrolle von zwei Aktivisten seine Schusswaffe gezogen. Ein Video des Vorfalls verbreitet sich im Internet, die Hintergründe des Einsatzes werden derzeit geprüft.
Ein im Internet kursierendes Video zeigt, wie ein Polizist am Freitagmorgen mit gezogener Waffe zwei Personen dazu auffordert, aus einem gemieteten Sixt-Transporter auszusteigen und sich mit den Händen voran an das Fahrzeug zu stellen. Auch der filmende Journalist wird den Aufnahmen zufolge angewiesen, sich an den Transporter zu stellen. Aus dem Video geht nicht hervor, was den Beamten zum Ziehen der Dienstwaffe veranlasste. Über die Verhältnismäßigkeit der Polizei-Aktion wird im Netz diskutiert.
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Die linke Tageszeitung Junge Welt veröffentlichte das Video auf der Plattform X und berichtete. Bei den beiden Männern handelt es sich demzufolge nach Angaben der Gruppe „Peacefully Against Genocide“ um Aktivisten, die mit dem Transporter die Zufahrt zur Rheinmetall-Munitionsfabrik blockieren wollten. Sie protestierten nach eigenen Angaben gegen die Waffenproduktion des Konzerns sowie gegen Waffenlieferungen an Israel im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen.
Beamte der Berliner Polizei hatten den Transporter gegen 6.40 Uhr in der Scheringstraße vor der Einfahrt zu einem Firmengelände angehalten. Das teilte eine Sprecherin der Polizei der Berliner Zeitung mit. Die Insassen seien aufgefordert worden, auszusteigen, um überprüft zu werden. Warum einer der Polizisten dabei seine Dienstwaffe zog, ist nach Angaben der Sprecherin bislang nicht geklärt und wird derzeit untersucht.
Zahlreiche Prostestaktionen bei Rheinmetall
Bereits in den vergangenen Wochen war der Rheinmetall-Standort in Berlin-Wedding immer wieder Ziel ähnlicher Portestaktionen. Im April hatten sich sieben Aktivisten vor der Einfahrt des Unternehmens festgeklebt. Zwei Wochen zuvor waren Demonstranten auf das Dach des Gebäudes geklettert und hatten Farbe auf die Fassade gegossen. Bei einer Aktion am 18. Mai waren zwölf Personen auf das Gelände gelangt und hatten sich teilweise festgeklebt.
Der Standort wird auch deshalb für die Protestaktionen gewählt, weil erst im Sommer 2025 bekannt wurde, dass der Waffenkonzern ihn vom Autohersteller Pierburg übernehmen würde. Geplant ist dort die Herstellung von Artilleriemunition. Die Umwandlung zog Kritik nach sich, unter anderem aus der Linken.
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