B. fährt los in Richtung Synagoge an der Humboldtstraße, in der an diesem Tag mehr als 50 Menschen den höchsten Feiertag der Juden begehen – Jom Kippur, das Fest der Versöhnung. Noch einmal muss B. anhalten, an einer roten Ampel, 150 Meter vor der Synagoge. Wieder hört man seine Stimme: „Niemand rechnet mit der Internet-SS.“ Und er lacht. Die Ampel springt auf Grün, B. fährt los. Noch 150 Meter. Dann wird er aussteigen, in seinen schwarzen Stiefeln, mit Helm und olivfarbener Tarnjacke. Und er wird in die Synagoge gehen, um Juden zu töten, „so viele wie möglich“, wie er später bei der Polizei zugibt. Mit seiner selbst gebastelten Munition, die er in einem früheren Internetpost „Antisemitische Schrotpatronen“ genannt hat.
Rechtsextremismus
Anschlag in Halle: Porträt eines Attentäters
Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den 28-jährigen Attentäter von Halle. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord und versuchten Mord in 68 Fällen vor. Wer ist Stephan B.?
Andreas Förster
10 Min
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Karlsruhe 2019 : Stephan B. (r) wird zur Außenstelle des Bundesgerichtshofs gebracht.
© dpa/Silas Stein
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