Die Masche der Täter funktioniert unterschiedlich und hat doch nur einen Zweck: Ablenkung der Opfer, um an deren Geld oder Handy zu kommen. In dieser Woche informiert die Polizei über Taschendiebstahl. Noch bis Freitag läuft eine „Präventionswoche“. Beteiligt sind die Polizei Berlin, die Polizei Brandenburg und die Bundespolizei. Unter anderem vor Supermärkten und in Bahnhöfen geben Beamte praktische Hinweise, wie sich Bürger, Reisende und Touristen schützen können.
Die Zahl der Taschendiebstähle ist zwar gesunken. Dennoch bleibt das Thema aus Sicht der Polizei wichtig. In Berlin erfasste sie 2025 noch 13.621 Fälle. Das sind 2322 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang um 14,6 Prozent.
Taschendiebe: Banden aus Südamerika treiben in Berlin ihr Unwesen
Einbruchserie in Prenzlauer Berg: Wie georgische Banden ihre Opfer auskundschaften
Auch bundesweit geht die Zahl der Taschendiebstähle zurück. 2025 wurden in Deutschland 95.184 Taten angezeigt, nach 107.720 im Jahr zuvor. Der Schaden lag bundesweit bei 32,4 Millionen Euro. Die meisten Fälle werden nie aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag wie im vergangenen Jahr bei 6,9 Prozent, weil Opfer die Tat oft nicht sofort bemerken.
Täter gehen arbeitsteilig vor
Die Täter sind vor allem in Supermärkten, an Bahnhöfen sowie in Bussen und Bahnen zugange. Meist haben sie es auf Geldbörsen und Handys abgesehen. Bundesweit ermittelte die Polizei im vergangenen Jahr rund 5000 Tatverdächtige. Nach Erkenntnissen der Polizei sind Taschendiebe oft in professionellen Banden organisiert, die in ganz Europa unterwegs sind. Sie gehen raffiniert vor, kennen sich vor Ort aus und tauchen nach der Tat schnell in der Menge unter. Die Diebe sind unauffällig gekleidet und arbeiten häufig in Gruppen.
Dabei teilen sie sich die Arbeit: Einer lenkt das Opfer ab, ein Zweiter greift zu. Er gibt die Beute sofort an einen Dritten weiter, der sich entfernt. So kann dem eigentlichen Dieb oft nichts nachgewiesen werden.
Der Trick mit der Rolltreppe oder dem Geldwechseln
Die Polizei kennt viele Klau-Maschen: Ein Täter bleibt plötzlich vor dem Opfer stehen, während Komplizen von hinten drängeln. Andere drücken an einer Rolltreppe den Notstopp, damit es zum Gedränge kommt. Beliebt sind auch harmlos wirkende Bitten.
Die Täter fragen nach dem Weg und halten dem Opfer einen Stadtplan vor. Oder sie bitten darum, eine Münze zu wechseln. Bei einer weiteren Masche zeigt der Täter eine Spendenliste und greift darunter nach dem Handy, das auf dem Tisch liegt. Beim sogenannten Antanz-Trick bedrängen die Täter ihre Opfer und lenken sie ab, um unbemerkt Wertsachen zu stehlen.
Im Supermarkt sind vor allem Handtaschen, Rucksäcke und Geldbörsen gefährdet, die unbeaufsichtigt am Einkaufswagen hängen. Die Polizei rät deshalb: Taschen geschlossen vorne am Körper tragen und Wertsachen nie unbeobachtet im Einkaufswagen lassen.
Die Präventionswoche gegen Taschendiebstahl findet bereits zum fünften Mal statt. Ins Leben gerufen hatte sie die Berliner Polizei. Inzwischen haben zahlreiche Länderpolizeien und die Bundespolizei das Konzept übernommen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]