Premiere im "Foyer 101" des Admiralspalastes und im Kino in der Kulturbrauerei

In der Kantine steht jetzt eine Bühne

Andreas Kurtz Mathias Raabe
4 Min

Es ist ja etwas ungewöhnlich, dass sich ein Schauspieler für eine Rolle beworben hat, obwohl es überhaupt noch keine konkreten Pläne für eine Verfilmung des Stoffes gab. Til Schweiger hat das vor einiger Zeit gemacht. "Wenn du ,Panama' verfilmst, dann will ich unbedingt mitmachen", sagte der 42-Jährige unmissverständlich zu Produzentin Irina Probost. Kenner wissen jetzt natürlich, dass es sich bei "Panama" um das Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama" von Janosch handelt. Das 1978 erschienene Buch gilt als einer der deutsche Kinderbuch-Klassiker. Die Geschichte von dem kleinen Tiger und dem Bär, die eine Holzkiste finden, auf der Panama draufsteht und die verlockend nach Bananen riecht, soll ja angeblich in jedem Haushalt vorhanden sein.Gestern Nachmittag hatte die Verfilmung in der Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee ihre Premiere - und natürlich war Til Schweiger in einer Hauptrolle zu erleben. In dem Zeichentrickfilm leiht er dem kleinen Tiger die Stimme, der sich zusammen mit dem kleinen Bären auf den Weg nach Panama macht. "Ich kenne das Buch in- und auswendig, da ich es allen meinen Kindern vorgelesen habe", sagte Schweiger. Und von denen hat er immerhin vier. "Das ist die wunderbare Geschichte einer Freundschaft."Auch Schweigers Filmpartner Dietmar Bär, der sonst im "Tatort" als Kommissar zu sehen ist, hat das Buch gleich nach seinem Erscheinen verschlungen, obwohl er da schon 17 Jahre alt war. "Ich habe es bei meinen kleinen Geschwistern mitgelesen." Für Bär war die Rolle des kleinen Bären übrigens die erste als Synchronsprecher. In dem Film gibt es eine weitere Premiere - Bär und Schweiger singen zusammen. Dem Film angemessen waren natürlich jede Menge ganz junge Menschen gekommen: Schauspielerin Anne Sophie Briest begleitete ihren beiden Kinder, ihr Kollege Christoph M. Ohrt hatte alle drei Kinder mit dabei.------------------------------Diese Trauerfeier kann man wirklich empfehlen! In "Die drei glorreichen Vier" sprechen und singen die drei Überlebenden von vier früher als Quartett auftretenden Brüdern über Danny, der viel zu früh von ihnen ging. Und während der Show in seiner Urne auf der Bühne präsent ist. Am Freitagabend gab es die Berlin-Premiere dieser Regie-Arbeit von Esther Schweins. Nach den Vorstellungen am Sonnabend und Sonntag ist jetzt allerdings erst mal Schluss. Während sich langsam herumspricht, dass diese Musik-Comedy-Show mit Mario Ramos, Frank Valet und Jan-Christof Scheibe wirklich witzig ist, gibt es zunächst mal lange keine Vorstellungen. Erst vom 28. November bis zum 2. Dezember wird wieder gespielt. Dann dürfte auch der Spielort, das "Foyer 101" im Admiralspalast, endlich fertig sein. Bei der Premiere fehlten noch Fußbodenbelag und Wandfarben. Für Schauspieler Fabian Busch ("Liegen lernen") war der Premierenabend eine Zeitreise: "Ich kenne den Raum noch als Kantine des Metropol-Theaters. Weil mein Vater hier Tänzer und später Bühnenbild-Assistent war, habe ich meine halbe Jugend an diesem Haus verbracht." Als Komparse in Inszenierungen wie "Anatevka" hat Busch junior "in der Kantine ewig auf die Auftritte gewartet". Die Premiere "Die drei glorreichen Vier" kam ihm da viel kurzweiliger vor: "Unglaublich tolle Lieder, besonders die Texte gefallen mir!" Auch im Publikum und ebenfalls begeistert: Sängerin Gitte Haenning. Ihre Äußerung zum Gesehenen ("Wunderbar! Ein toller Abend!") war allerdings nicht ungetrübt von eigenen Interessen. Auf Nachfrage gab sie es auch zu: "Ja, im November trete ich mit der Show ,Gitte, Wencke, Siw' hier im großen Saal auf." Zur Gastspielpremiere darf sie sich schon mal auf ein üppiges Blumengebinde aus den Händen von Hausherr Falk Walter freuen. Der betätigte sich schon bei Esther Schweins, die den ganzen Tag über bei Dreharbeiten in Brandenburg vor der Kamera gestanden hatte, als Rosenkavalier.------------------------------Foto: Die Stimmgeber Dietmar Bär, Ralf Schmitz und Til Schweiger (v.l.) ließen sich von Bär und Tiger über die Schultern schauen.------------------------------Foto: Esther Schweins landete mit ihrer Inszenierung "Die drei glorreichen Vier" einen Erfolg.

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