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Zur Drohung der Türkei mit grenzüberschreitenden Militärschlägen im Nordirak schreiben in Zürich und MünchenTages-AnzeigerDie Gefahr, dass sich der Krieg auf die gesamte Region ausweitet, hat stark zugenommen, seit die Türkei ernsthaft erwägt, im Irak militärisch einzugreifen. Der Führung in Ankara, vor allem der militärischen, ist der Nordirak längst ein Dorn im Auge: Unter amerikanischem Schutz hat sich de facto ein Kurdenstaat etabliert. Gemäß türkischer Lesart verschanzen sich dort aber auch kurdische Terroristen. Die türkische Drohung blieb nicht unbeantwortet. Noch redet Washington nur von Gegenschlägen. Sollte Ankara jedoch die kurdische Ölstadt Kirkuk ins Visier nehmen, wäre die Eskalation kaum vermeidbar. Den kranken, aber auch erdölreichen Mann am Tigris haben die Geier der Region längst gewittert.Süddeutsche ZeitungSollte die türkische Armee die gemeinsame Grenze überschreiten, dann dürfte auch der Nordirak in einen Strudel der Gewalt geraten. Allein diese Aussicht macht klar, wie brandgefährlich die Interventions-Drohungen sind. Die Einzigen, die sich über eine neue Front freuen dürften, sind die Kämpfer der türkisch-kurdischen Terrortruppe PKK, die im Nordirak Zuflucht gefunden hat. Das Massenblatt "Hürriyet" trompetet, Erdogan gewinne mit der Erlaubnis zum Irak-Einmarsch an Stärke. Das Erwachen aus diesem Traum wird bitter sein. Wer das Ende der PKK will, muss weiter politisch um die Kurden werben.------------------------------Die Reform der Pflegeversicherung kommentieren in Berlin und LeipzigTageszeitungDie Verbesserungen, die die Pflegereform bringt, sind zweifellos richtig und wichtig. Sie tragen aber keine genuin sozialdemokratische Handschrift. Auch die Union hatte gefordert, dass Pflegeleistungen nach 12 Jahren endlich an die allgemeine Preissteigerung angepasst werden müssen und Demenzkranke einen Anspruch auf Pflegeleistungen haben. Umstritten war nur, wer das bezahlt. Die Einigung auf eine Beitragserhöhung ist so bequem wie kurzsichtig. Die Mehrkosten für eine alternde Gesellschaft werden nämlich mal wieder allein den abgabepflichtigen Arbeitnehmern aufgehalst.Leipziger VolkszeitungDie Gesellschaft wird älter, tendenziell pflegebedürftiger, Angehörigen-Betreuung eher seltener und Kosten dynamischer. Das jetzige System ist damit überfordert. Bei der Beitragsdebatte wird immer nur um jedes Zehntelprozent gejammert. Als ob sich die Hilflosigkeit oder die bloße Notwendigkeit einer pflegenden Unterstützung als buchhalterische Größe in irgendeine anonyme Lohnnebenkosten-Quote eingliedern ließe. Es gibt Überlebensbereiche, die sich am wenigsten dazu eignen, von eiskalten neoliberalen Rechenkünstlern oder gut versorgten Ökonomie-Professoren analysiert zu werden. Schmidts Teil-Pflegereform wird nicht helfen, die akuten Heim-Missstände schnell und gründlich zu beseitigen.

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