PRESSESTIMMEN

BLZ
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Den Streit um die Jugendkriminalität nimmt achselzuckend zur Kenntnis dasDarmstädter EchoWas genau Roland Koch dazu treibt, wieder mit dem Thema Ausländerkriminalität auf Wählerfang zu gehen, erschließt sich auf den ersten Blick nicht: Er hat gute Chancen auf eine Wiederwahl (wenn wohl auch mit FDP-Beteiligung), Grund zur Panik besteht also nicht. Aber der konservative Flügel der Union muss schließlich auch bedient werden. Koch tut dies, auch mit massiver Unterstützung der größten deutschen Boulevardzeitung, die in den vergangenen zwei Wochen sein Sprachrohr wurde. Den konservativen Flügel hat Angela Merkel lange vernachlässigt, auch erschien die Kanzlerin in jüngster Zeit häufig wie eine Getriebene des Berliner Koalitionspartners. Die Hinwendung zum rechten Rand der Partei zeigt aber auch, welche Schwierigkeiten alle Beteiligten in einer großen Koalition haben: Die Ränder müssen natürlich weiter beackert werden. Und dafür braucht es in der Union eben Leute wie Roland Koch.Deprimierend wirkt Italien auf denCorriere della seraDie Bilder Italiens, die die Nachrichtensendungen auf der ganzen Welt ausstrahlen, zeigen vor allem die Revolte gegen die Wiedereröffnung der Deponie in (dem neapolitanischen Ortsteil) Pianura. Man sieht Feuer, Berge von Müll in den Straßen Neapels, Zusammenstöße mit der Polizei, Krankenwagen, einen angezündeten Bus. Sogar "Al Dschasira" hat uns in seiner englischen Ausgabe so behandelt, wie wir es verdienen. Das Schöne (oder besser Schlimme) daran war, dass die Bilder Neapels zusammen mit anderen Naturkatastrophen, Überflutungen und den Slums von Nairobi gezeigt wurden. Wir müssen uns endlich damit abfinden: In der internationalen journalistischen Darstellung erscheinen wir selbst wie ein Land der "Dritten Welt", falls diese Definition überhaupt noch Sinn macht: Wir sind ein Land, das sich von Abfällen überhäufen und unterdrücken lässt, ein Land, das einst Lebensstil vormachte und heute im Müll schwimmt.Mit Schärfe äußert sich zu Sarkozy und dem Zustand der französischen Demokratie dieLibérationWir leben in einer Fernseh-Republik. In keinem Land der Freiheit verfügt ein Staatschef über so viel Macht. In keiner politischen Arena der Welt monopolisiert er so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. In keiner Demokratie wurden die anderen Vertreter des Volkes derart zu Strohpuppen degradiert. Mit versteckten Methoden, aber im Rahmen der öffentlichen Regeln, hat Nicolas Sarkozy den Staat zu seinem Besitz und die Opposition zu seinem nützlichen Ding gemacht. Das ist ein Putin soft. Er wird Zeit, sich das klar zu machen.

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