Zu Markus Söder und seinen Drohungen gegen Köhler schreibt die Würzburger Main-PostDreister kann man mit dem höchsten Staatsamt gar nicht umspringen. Doch die Drohung und die Reaktionen aus der CSU zeigen auch, wie kopflos diese Partei ist. Im Machtvakuum zwischen Edmund Stoiber und dem Kampf um die Nachfolge kann offenbar jeder sagen, was er will. Das verrät mehr über die CSU, als ihr lieb sein kann. Nichts ist klar. Nach dem irrationalen Königsmord ist kein wirklicher Nachfolger in Sicht, keiner, der die Partei zu einigen weiß. Immerhin bleibt eine Hoffnung: Dass Markus Söder nach der Entscheidung im Herbst nicht mehr Generalsekretär ist.------------------------------Die Südamerika-Reise des Papstes kommentiert in Rom La repubbblicaBenedikt XVI. tritt seinen ersten Kreuzzug an. In Brasilien wird er das Evangelium mit milden Worten verkünden und sich darum bemühen - wie bei ihm üblich - die Menschen im Namen des christlichen Glaubens und der Vernunft zu überzeugen. Aber es gibt auch keinen Zweifel daran, dass erstmals ein Papst in ein Land reist, in dem er sich einem starken, unnachgiebigen Gegner gegenübersieht, der aus dem Christentum geboren wurde: Die neoprotestantischen Sekten, die TV- Prediger, die Pfingstbewegungen, die den irdischen Erfolg als Vorboten des Himmelreiches verkünden. Und dies ist ein Gegner, der Jahr um Jahr den Körper der brasilianischen Kirche angreift und Gläubige um Gläubige wegholt.------------------------------Zum Parteiprogramm der CDU schreiben Schweriner VolkszeitungMerkel verordnete ihrer Partei eine ausführliche Programmdebatte - eine Beschäftigungstherapie, die vom Wahldebakel und den eklatanten Fehlern, die dazu geführt haben, ebenso ablenken soll wie von den unbefriedigenden und quälenden Kompromissen in der großen Koalition. Mit ihren neuen, frisch renovierten Grundsätzen wollen die Christdemokraten jetzt behutsam weg vom klaren wie harten Reformkurs des Leipziger Parteitags 2003 und sich wieder ein sozialeres Antlitz geben. Wegweisende Antworten für die Zukunft sucht man vergebens. Stattdessen versucht die CDU lieber, mit schwammiger Wohlfühlrhetorik mehr Richtung Mitte zu rücken.NZZNun wäre es falsch zu behaupten, die CDU schreibe umstandslos von den Sozialdemokraten ab. Auch die SPD hat die neue Familienpolitik nicht "erfunden", sondern reagierte nur schneller auf den Wandel der Lebensstile. Die CDU musste erst tiefsitzende Denkblockaden überwinden, wie sich umgekehrt die SPD mit der Modernisierung des verkrusteten deutschen Arbeitsrechts schwer tut. SPD und CDU verhalten sich wie kommunizierende Röhren. Die Unterschiede zwischen ihnen sind gering, und dort, wo sie doch bestehen, zieht meist die eine Partei die andere hinter sich her.
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