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Die Rentenpolitik der Regierung kommentiert die DüsseldorferRheinische PostDie Verschiebung des Rentenalters auf 67 Jahre ist unpopulär, aber wirtschaftlich vernünftig. Doch die staatlichen Planer dürfen dabei die Realitäten nicht aus den Augen verlieren. Die meisten Firmen haben in ihren Arbeitsverträgen als Ende des Beschäftigungsverhältnisses die Vollendung des 65. Lebensjahres festgeschrieben. Für dieses Problem gibt es noch keine Lösung. Die meisten Arbeitsrechtler halten eine automatische Vertragsverlängerung für äußerst problematisch. Die Firmen hätten gute Chancen, dagegen zu klagen. Umgekehrt wäre aber ein vorzeitiger Abschied der älteren Arbeitskräfte für alle Beteiligten die schlechteste Lösung. Die künftigen Rentner wären noch zwei Jahre arbeitslos, die Sozialkassen kaum entlastet. Der Druck der Wirtschaft, ältere Arbeitnehmer in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken, ist nach wie vor groß. Darüber sollten sich die Rentenpolitiker keine Illusionen machen.------------------------------Zum Versuch des indischen Stahlindustriellen Mittal, Arcelor zu übernehmen, meint dieOuest FranceWenn Renault zu Nissan greift oder Pernod Ricard sich die britische Allied Domecq aneignet, ist das guter Kapitalismus. Wenn PepsiCo Danone bedroht und Mittal gegen Arcelor vorgeht, ist das schlechter, vaterlandsloser, zerstörerischer Kapitalismus. Dass Renault bei der Machtübernahme bei Nissan fünf Werke schließt, schockiert niemanden. Doch Mittal, der verspricht, kein Werk anzurühren, ist mehr als suspekt. Man muss sich ohne Fatalismus an die Vorstellung gewöhnen, dass der Schwerpunkt der Weltwirtschaft sich jetzt in Asien befindet. Dann muss ein Aufbäumen in Europa folgen. Denn Mittal zeigt, dass der König ohne Kleider dasteht, dass Europa über keine wirtschaftliche Schlagkraft verfügt. Die paar binationalen Tandems wie Air France-KLM und Sanofi-Aventis können nicht verbergen, dass es außerhalb von Arcelor und EADS keine europäische Gruppe gibt, die diesen Namen wirklich verdient.------------------------------Zur bevorstehenden Wahl in Weißrussland schreibt die Moskauer ZeitungKommersantDie Wahlen in Weißrussland bedeuten für Russland nur Ärger. Es ist der russischen Führung jedes Mal peinlich, sich Kritik anhören zu müssen wegen unanständiger Wahlen in einem Staat, mit dem man eine Union eingegangen ist und den man fast kostenlos mit Gas beliefert. Doch um der Gaspipeline durch Weißrussland nach Europa willen, um der Möglichkeit willen, die Ukraine zu umgehen, ist Russland bereit, sich dem Ärger auszusetzen. Die einzige Bedingung: nicht während des G8-Gipfels! Der Gipfel in St. Petersburg (im Juli) soll der nächste Triumph Russlands in Sachen Demokratie und Zugehörigkeit zur Weltgemeinschaft werden. Wir sind bereit, uns mit der Anerkennung von Präsident Lukaschenko die Finger schmutzig zu machen. Aber bitte nicht im Sommer! Im Sommer wollen wir schön sein.

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