Zum Deutschland-Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew schreibt die rechtskonservative polnische ZeitungRzeczpospolitaDie Russen sprechen offen aus, was für viele andere Nationen tabu bleibt: Die Diplomatie besteht in der Durchsetzung von Handelsinteressen. Am Donnerstag, in Medwedews Anwesenheit, sang Angela Merkel Lobeshymnen auf das Projekt der Ostsee-Gaspipeline. Es konnte dabei nicht die rituelle Versicherung fehlen, dass dieses Projekt eine Schlüsselbedeutung für die Energiesicherheit Europas hat. Man kann sich kaum vorstellen, dass Dick Cheney für die Investitionen amerikanischer Erdölunternehmer im Irak als "gut für den Frieden in der ganzen Region" wirbt. Sogar der US-Vizepräsident hat wohl nicht so viel Zynismus.Der Medwedew-Besuch beschäftigt auch dieFinancial Times DeutschlandEine sauberere Verwaltungs- und Geschäftspraxis in Russland reicht nicht aus, um das Grundproblem in den wirtschaftlichen Beziehungen beheben: Es liegt im Selbstverständnis eines russischen Staates, der die Wirtschaft als das Instrument zur Maximierung seiner weltpolitischen Macht ansieht und sie sich entsprechend untertan macht. Nach dieser Logik funktionierte das System Wladimir Putins, in dem auch Medwedew groß geworden ist. Ob der neue Präsident nun willens und in der Lage ist, mit dem Konzept seines Vorgängers und nun übermächtigen Premierministers zu brechen, ist zweifelhaft.Zum Duell der Präsidentschaftskandidaten Barak Obama und John McCain in den USA meint die Turiner ZeitungLa StampaWas für ein schöner Hollywood-Film! Barack Obama, 46 Jahre alt, halb afrikanisch und halb amerikanisch, gegen John McCain, der über 70 ist, ein Amerikaner aus einem Guss, mit unglaublichen azurblauen Augen und dem Aussehen eines Old Warriors, eines alten Kriegers. Sehen wir uns diese beiden Akteure also gut an, denn sie werden auf unseren Bildschirmen bleiben bis zum 4. November, wenn Amerika einen neuen Präsidenten wählt. Obama ist jener sehr schicke Herr, immer im gut gebügelten Jackett, dem gestärkten Hemd und schmal gebundenem Schlips, ganz Modell Bob Kennedy. Dagegen McCain mit Kämpferstatur, Narben auf dem Körper, egozentrisch sowie elegant, aber nicht dem letzten Schrei folgend. Gegensätzlicher könnte es wohl kaum sein.Zum Finale der TV-Show "Germany's Next Topmodel" schreibt dieMain-PostKlums Botschaft heißt: Verkaufe dich! Es tut weh zu sehen, dass Teile unserer jungen Generation dies als oberstes Lebensziel begreifen. Unsere Gesellschaft braucht ganz dringend eine Wertediskussion. Und zwar möglichst eine, die nicht von Heidi Klum moderiert wird.
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