PRESSESTIMMEN

BLZ
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Lieblingsthema der deutschen Kommentatoren ist der Fall Stoiber. Dazu schreibenFAZEin großer Teil der CSU und ihrer Anhängerschaft ist Stoibers überdrüssig geworden, so ungerecht (ihm) das angesichts seiner Leistungen für das Land und die Partei erscheinen mag. Doch in Parteien wird, wie an der Börse, die Zukunft gehandelt. Die CSU traut Stoiber nicht mehr zu, das politische Territorium halten zu können, das er mit ihr in Bayern und in Berlin eroberte. Stoibers nächtliche Flucht vom Schlachtfeld an der Spree war der entscheidende, symbolhafte Fehler, mit dem er sein Schicksal besiegelte. Er kam als Kapitulant heim, nicht als bajuwarischer Triumphator. Die Rekonstruktion seines Reiches in Bayern, dessen Aufteilung die Kronprinzen schon in die Wege geleitet hatten, gelang Stoiber nicht mehr. Er hätte schon damals die Konsequenzen ziehen sollen. Aber auch die Thronanwärter hätten die heutige Krise der CSU verhindern können, wenn sie seinerzeit mehr Mut vor dem Parteifreund gezeigt und sich nicht gegenseitig neutralisiert hätten. Die Frucht ihrer Unentschlossenheit wie auch Stoibers Uneinsichtigkeit ernten sie jetzt: eine schmutzig werdende Nachfolgeschlacht, die alle Beteiligten beschädigt wie auch die ganze Partei.Augsburger AllgemeineEine einvernehmliche Lösung in dem Sinne, dass sich Stoiber noch monatelang über die Runden quält und die Partei sich unterdessen weiter selbst zerfleischt, käme einer Art Selbstmordkommando gleich. Unter diesen Umständen ist ein Abschied aus der großen Politik der letzte große Dienst, den Stoiber der CSU erweisen kann. Eine Nachfolgeregelung in Form einer Doppelspitze wird sich finden, wenngleich der mutmaßliche Ausfall Seehofers die Dinge zusätzlich erschwert. Ein Stoiber in der Form seiner guten Jahre ist nicht zu ersetzen, so oder so geht die CSU schweren Zeiten entgegen. Die Thronanwärter Beckstein, Herrmann und Huber haben sich im Ringen mit dem strauchelnden Stoiber nicht unbedingt für höhere Führungsaufgaben qualifiziert. Dazu sind sie zu lange in der Deckung geblieben, statt die Dinge in die Hand zu nehmen und dem Treiben ein Ende zu bereiten.------------------------------Verblendung auch auf den Rohstoffmärkten diagnostiziert die HamburgerFinTimes DeutschlandDer Preisverfall beim Öl ist nicht rational zu erklären: Die Märkte wollen ihre ausschweifende Party genießen und Stimmungskiller unter den Gästen, seien es russische Fördergesellschaften oder iranische Präsidenten, werden einfach ignoriert. Es ist schon erstaunlich, wie gelassen geopolitische Risiken genommen werden; es spielt keine Rolle, dass ein Großteil der Ölvorkommen in instabilen Weltregionen lagert. Angesichts der Freude über den Wachstumsstimulator Öl bei den Regierungen der Welt leicht in Vergessenheit, dass das Ziel lautet: Weg vom Öl. Und zwar aus ökologischen Gründen wie auch aus der Erkenntnis, dass die politische Abhängigkeit von unberechenbaren Ländern auf die Dauer auch ein ökonomischer Nachteil ist.

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