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Zu der Affäre um den der Vetternwirtschaft beschuldigten Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz schreibt dieNZZ am SonntagAls Bush vor zwei Jahren Paul Wolfowitz nominierte, ging ein Aufschrei der Empörung um den Erdball. Denn der bekennende Neokonservative kam vom Pentagon, wo er als rechte Hand von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Irak-Krieg propagiert hatte. Jetzt ist die Zeit der Abrechnung da; Regierungen, die Rechnungen mit Bush offenhaben, sehen die Möglichkeit, diese zu begleichen. Ob sich Wolfowitz halten kann, ist unklar. Sein Einfluss sinkt so oder so gegen null. Das Ausmaß der Korruption wird damit nicht abnehmen.Den Rücktritt von Paul Wolfowitz verlangt die französischeLeMondeVerneint werden muss die Frage, ob Paul Wolfowitz die "moralische Autorität" erhalten könne, um diese Institution zu leiten. Dabei ist von dem, was dem früheren zweiten Mann im Pentagon vorgeworfen wird, manches fehl am Platze. So muss sein Kampf gegen die Korruption für die Weltbank weiterhin vorrangig sein, weil sie viele Länder in den Ruin treibt. Aber genau deshalb muss Wolfowitz gehen. Denn er hat die notwendige Glaubwürdigkeit verloren für diese Mission, die er als die seine ansieht. Sträubt sich Wolfowitz gegen die Demission, dann muss ihn der Verwaltungsrat der Weltbank durch einen anderen ersetzen.Zu den Demonstrationen in der Türkei meint dieFASDer im Mai aus seinem Amt scheidende Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer ist, obschon bekennender Muslim, ein strenger Laizist. Ministergattinnen, die das Kopftuch trugen, lud er nicht zu amtlichen Veranstaltungen ein, ja, er verweigerte aus diesem Grund sogar die Ernennung zahlreicher höherer Beamter. Sogar Erdogans Ehefrau Emine wusste davon ein Lied zu singen. Zwar hat Erdogan die AKP in eine pluralistische konservative Partei mit islamischem Hintergrund verwandelt, und er selbst ist durchaus populär; doch bei jenem höchsten Staatsamt, das der Republikgründer einst und als Erster innehatte, hört für viele die Geduld auf. Sie fürchten eine Islamisierung von oben. Vor allem die Militärführung tut das und hat schon gewarnt.Die Teilnahmslosigkeit des Westens gegenüber den Ereignissen in Russland beklagt der MailänderCorriere della SeraAngesichts der Dissidenten, die in Moskau demonstrieren, zucken die moralischen und politischen Autoritäten mit den Wimpern. In Paris, Rom, London und Berlin schaut man weg und macht jeweils seine eigene Rechnung auf: Putin, sein Erdöl, sein Erdgas, seine Massenvernichtungswaffen, die er in die Welt verkauft, wiegen nun einmal mehr als einige schlecht behandelte Demonstranten.

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