Zum Präsidentschaftswahlkampf in den USA schreiben in London und RomDaily TelegraphDer Kandidat der Republikaner, John McCain, und der der Demokraten, Barack Obama, kamen beide aus dem Hinterhalt, um ein atemberaubendes Rennen auf das Weiße Haus aufzunehmen. Die Zähigkeit des ersten ist nie in Zweifel gezogen worden; der zweite ist schnell von einer aufreibenden Kampagne zum Glühen gebracht worden. Wenn beide nominiert werden, könnte es zur spannendsten Wahl seit 1960 kommen, als John Kennedy gegen Richard Nixon antrat - ein Rennen, das helfen würde, dass die Welt sich wieder in Amerika verliebt.La RepubblicaNach dem Kennedy-Clan und Spike Lee hat jetzt also auch Tiger Woods, der berühmteste Golf-Champion der Welt, erklärt, wie sehr er dem Charisma des jungen Senators Obama erlegen ist. Es ist die Gunst der Stunde, die sich auch auf die Geldgeber und die jüngeren Leute auszudehnen scheint, die ihre Unterstützung für Obama über das Internet leisten. So ist es ihm gelungen, allein im Januar 32 Millionen Dollar für seine Kampagne einzusammeln - eine unglaubliche Summe, die alle Rekorde bricht.Den in der CDU ausgebrochenen Streit um Roland Kochs Wahlkampfführung kommentieren in Stuttgart und HeidelbergStuttgarter ZeitungDas nennt man Angst vor der eigenen Courage: Da ermannen sich endlich einige führende Unionspolitiker und prangern die "Kampfrhetorik" an, mit der ihr Parteifreund Koch in Hessen um konservative Stimmen geworben hat. Kaum wird ihnen jedoch bewusst, welche Botschaft sie damit vermitteln, da distanzieren sich einzelne schon wieder von der eigenen Distanzierung. Glaubwürdigkeit erwächst aus derartigen Manövern nicht. Dabei war es ohnehin peinlich, ja geradezu scheinheilig, sich zu einem solchen Appell erst aufzuraffen, als längst klar war, welche verheerende Selbstbeschädigung Koch mit seiner Kriminalkampagne angerichtet hat. Ein Signal dieser Art zur rechten Zeit hätte der Kanzlerinpartei gut angestanden.Rhein-Neckar-ZeitungNach drei Tagen Trauerarbeit gilt in der CDU der Satz: Das Leben geht weiter. Aber ohne Roland Koch. Indem ihm die Partei die Unterstützung für die letzte, unterschwellig ausländerfeindliche Wahlkampf-Zuspitzung entzieht, zerbröselt auch seine Option, in Wiesbaden irgendwie doch noch Regierungschef zu bleiben.
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