Die Irak-Politik von US-Präsident Bush kommentiert die Turiner Tageszeitung"La Stampa"Bush bestätigt einerseits seine Absicht, Saddam zu verjagen, andererseits zielt er darauf ab, den immer skeptischeren Verbündeten zu versichern, dass die Aktion nicht unmittelbar bevorsteht. Das Weiße Haus will die Anti-Terror-Koalition, die mit dem Krieg gegen Afghanistan und El-Kaida entstanden ist, nicht aufs Spiel setzen. Zum Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der Türkei schreibt die österreichische Tageszeitung "Die Presse" Die säkulare Staatsideologie der Türkei wird im Westen lediglich als künstliche Zwangstünche interpretiert, die jederzeit abbröckeln kann. Tatsächlich ist es ja so, dass islamistische Parteien in der Türkei an Einfluss gewinnen, je demokratischer die Spielregeln dort gestaltet werden. Das löst tiefe Ängste in Europa aus. Ein Islamist, so gemäßigt er auch sein mag, als Ratsvorsitzender in der EU? Rationale Postulate der Toleranz kommen da kaum an gegen emotionale Abwehrwälle, die das "christliche Abendland" über Jahrhunderte aufgeschichtet hat.Zu den Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA erklärt die spanische Tageszeitung "El País" Riad erfüllte die historische Rolle, für ausreichendes und billiges Erdöl zu sorgen, Washington beschützte als Gegenleistung ein feudales und korruptes Regime. Das Szenario änderte sich jedoch mit dem 11. September, als bekannt wurde, dass 15 der 19 Terroristen einen saudischen Pass besaßen. Die nun eingereichte Klage ist ein Signal, das eine Lawine lostreten könnte: Schon seit Monaten werden still und heimlich saudische Gelder aus amerikanischen Banken abgezogen. Zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar sollen es bereits gewesen sein, weitere 400 Milliarden werden noch auf den Konten vermutet.Mit dem 100. Geburtstag der deutschen Filmregisseurin Leni Riefenstahl befasst sich die russische Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" auf ihrer Titelseite"Nesawissimaja Gaseta"Damals jubelte das deutsche Volk Hitler zu. Und Leni Riefenstahl teilte die Begeisterung ihrer Landsleute. Wer damals nicht für Hitler war, fand sich in der Emigration wieder. Oder an ganz anderen, noch unangenehmeren Orten. Leni war fasziniert von der Schönheit. Sei es die bösartige Gotik der Nürnberger Reichsparteitage, die Ästhetik muskulöser Sportlerkörper oder die klare Luft der Berge. Das Problem war nur, dass sie als Künstlerin sich und der Welt suggerierte, dass es zwischen diesen Motiven keinen Unterschied gebe. Damals hatte sie die Wahl zwischen Hollywood und Hitler. Ihre Entscheidung ist bekannt. So wurde sie zur einzigartigen, großartigen und schrecklichen Leni Riefenstahl.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]