Zu den Hartz-IV-Kontrollen schreibt Bettina Gaus in"die tageszeitung"Rund 1,5 Milliarden Euro, so hofft die Koalition, können durch den verschärften Kampf gegen den Leistungsmissbrauch ab 2007 jährlich eingespart werden. Dafür müssen sich Empfänger von Arbeitslosengeld II künftig vieles gefallen lassen, unter anderem schärfere Kontrollen bis in den privatesten Lebensbereich hinein. 1,5 Milliarden Euro sind viel Geld. Allerdings nicht so viel wie die 5 Milliarden, die dem Fiskus nach Schätzung von Steuerfahndern jedes Jahr durch Korruption im Baubereich entgehen. Oder die zwanzig Milliarden, die durch Betrug und Korruption im Gesundheitswesen verloren gehen. Genauso hoch ist der Betrag, den die öffentliche Hand durch Umsatzsteuerbetrug verliert.Germaine Greer, eine der Sprecherinnen des Feminismus der 70er-Jahre, schreibt zu Frauen und Freizeitindustrie in"The Guardian"Manchmal wollen sehr vermessene Akademiker uns erzählen, Hausarbeit sei ein Freizeitvergnügen, gewissermaßen, bei dem es darum ginge, "immer auf Achse zu sein, aber nichts zu tun". Frauen werden diese Sicht ihrer Realität nicht akzeptieren. Sie wollen uns glauben machen, sie hassten die Hausarbeit, aber irgendjemand müsse sie ja tun. Die Leute, die aus diesem Zweig der Freizeit-Industrie Geld machen sind Multis wie Unilever und Procter & Gamble. Sie manipulieren die Unsicherheit der Frauen so sehr, dass sie unvorstellbare Mengen Geld aus ihr holen. Frauen führen Krieg gegen Bakterien, kleine missgestaltete Aliens, die sich unter WC-Deckeln verstecken. Während faule Jungs sich mit mörderischen Videospielen beschäftigen, gehen fleißige Hausfrauen zu Tod und Zerstörung entschlossen in die Schlacht gegen einen nicht weniger fiktiven Feind. Die Jungen wissen, dass sie spielen. Die Frauen glauben, sie würden arbeiten.Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen Hubert Kleinert meint zur Ausländerpolitik der deutschen Linken im"Stern"Geblieben ist eine fast reflexhafte Fixierung auf den Fremden als Opfer, verbunden mit Verharmlosung der Folgen kultureller Differenz und einem andauernden Generalverdacht gegenüber vermeintlicher Deutschtümelei. Ob Claudia Roth unlängst Zwangsgermanisierung vermutete, weil sich Schüler einer Berliner Schule in der Pause auf Deutsch verständigen sollen, ob Fritz Kuhn die Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen geschichtsvergessen mit den antijüdischen Zeichnungen der Nazi-Zeit verglich oder ob jede Diskussion über Leitwerte und Leitkultur als Ausdruck kultureller Überheblichkeit verdächtigt wird - im Kern findet sich stets das gleiche Muster der Verharmlosung einerseits und Überzeichnung andererseits. Es waren nicht die frauenpolitischen Vorkämpferinnen bei den Grünen, die die Situation muslimischer Frauen in Deutschland zum Thema gemacht haben.
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