Den Ausgang der Parlamentswahlen in Marokko kommentiert in MadridEl MundoMit einer Wahlbeteiligung von 37 Prozent erteilten die Marokkaner ihrem politischen System des Autoritarismus, der Korruption und der Armut eine klare Absage. Es ist schwer, Leute zur Wahl eines Parlaments zu wählen, das nichts zu sagen hat. Über die eigentliche Macht verfügt der König. Er hat Paläste in allen wichtigen Städten, sein Antlitz ist omnipräsent, er kontrolliert 30 Prozent des Börsenkapitals und ernennt den Regierungschef. Marokko braucht eine Verfassungsreform, die die Macht des Monarchen begrenzt. Nur so kann das Vertrauen der Wähler zurückgewonnen werden. Nach der Wahl deutet jedoch alles darauf hin, dass alles so weitergeht wie bisher. Das ist gut für die Monarchie, aber schlecht für die Marokkaner.Mit der Präsentation seiner Autobiografie in Russland hat sich Gerhard Schröder wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht. Dazu meint in Moskau die ZeitungKommersantSchröders Buch hatte in Deutschland einen Schwall beinahe beleidigender Kritik ausgelöst. Es ist bezeichnend, dass der Altkanzler dagegen in Russland mit seinen Memoiren auf höchster Ebene empfangen wurde. Moskau benutzt Schröder als Propagandisten mit politischem Schwergewicht. Damit geht jedoch Schröders Wirkung als Russland-Lobbyist endgültig verloren. Auf wen soll Schröder im Westen noch Einfluss ausüben, nachdem er als Aufsichtsratschef der Ostsee-Gaspipeline solche Memoiren vorgelegt hat?Die Videobotschaft Bin Ladens kommentiert in RomLa RepubblicaAls am Freitag Osama bin Laden sich durch ein 26 Minuten langes Video wieder in Erinnerung brachte, war seine wichtigste Nachricht: Wir haben es geschafft zu überleben. Davor hatte sich der Scheich zum letzten Mal vor drei Jahren gezeigt. Seitdem, so meinen pakistanische, amerikanische und europäische Anti-Terrorismus-Agenten, hat es der Kern der El-Kaida-Führung geschafft, das Netz der Organisation wieder aufzubauen, das nach der von den USA geführten Invasion in Afghanistan schwer beschädigt war. Die terroristische Organisation hat heute, nach einer 15-jährigen fehlgeschlagenen Kampagne zu ihrer Vernichtung, ihre Wiedergeburt praktisch zu Ende geführt.Zum gleichen Thema schreiben dieSalzburger NachrichtenBin Ladens Video hat eine Nebenwirkung, über die sich der größte Feind des Terroristen freuen kann. US-Präsident George W. Bush kann in einer Zeit, da sein Ansehen auf null geht, wieder punkten. Er dreht dem Terroristen Bin Laden das Wort im Mund um und macht aus dessen Lob für irakische Aufständische flugs einen Beweis dafür, dass der Irakkrieg eben doch zum "Krieg gegen den Terror" gehöre.
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