PRESSESTIMMEN

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Michael Bodemann, Professor für Soziologie in Toronto, kommentiert "Israels ohnmächtige Stärke" in"die tageszeitung"Als 1967 der Juni-Krieg bevorstand, meldeten sich viele Juden in der Diaspora, ob politisch links engagiert oder religiös, als Freiwillige zum Dienst nach Israel. Heute dagegen hat sich das Judentum, insbesondere in der jüngeren Generation in den USA, in ein religiöses, Israel-fixiertes Judentum einerseits und ein eher agnostisches und Diaspora-zugewandtes Judentum andererseits geteilt. Eine Umfrage im Jahre 2004 in den USA ermittelte, dass sich ein Drittel aller Juden nicht mit Israel verbunden fühlt. Aber wie viele derer, die sich Israel verbunden fühlen, würden sich auch für Israel engagieren? In Europa sind die jüdischen Bindungen an ein Israel, das die Siedler unterstützt und Verhandlungen mit den arabischen Nachbarn ablehnt, eher noch geringer ausgeprägt. Vielen ist Israel auf Grund der israelischen Politik kein besonders wünschenswertes Reiseziel mehr, und ihnen ist vor allem das messianische Herrenmenschentum der Siedler zutiefst befremdlich.Ohne eine radikale Wende in der israelischen Politik, also ohne ernsthafte Verhandlungen auch mit der Hamas und Syrien und der Rücknahme der Siedlungen in der Westbank und um Jerusalem, sieht nicht nur Israels Zukunft düster aus, sondern auch die der jüdischen Diaspora. Olmerts Anspielung auf Israels Atombombe ist nur ein Ausdruck dieser ohnmächtigen Stärke.Prinzessin Haja von Jordanien ist Botschafterin des Welternährungsprogramms. Sie schreibt in"DerTagesspiegel"Im letzten Sommer konnten sich sieben von zehn Familien in Gaza nicht selbst mit ausreichend Nahrung versorgen - ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die sich ständig verschärfenden Sicherheitsbestimmungen haben Gaza von zwei seiner Haupteinnahmequellen abgeschnitten - der Fischerei und der Landwirtschaft. Der Nahe Osten ist die Geburtsstätte der Hoffnung von drei Weltreligionen. Im Arabischen bezeichnen wir die Region als Mahbattal Addian, hier liegt die Wiege des Islams, des Judentums und des Christentums. Palästina ist für Muslime, Juden und Christen gleichermaßen heiliges Land und dies sollte eigentlich vereinen anstatt zu spalten. Und doch ist keine Einigkeit in Sicht - und die Spaltung vollzieht sich weit über die Grenzen von Palästina hinaus. Politiker und Medien in Europa und Nordamerika beschränken ihre Darstellung meist auf islamistischen Terror - den modernen Krieger des Dschihad, den gefürchteten Terroristen, dessen Ziel es ist, die westliche Welt zu vernichten. In der arabischen Welt dagegen wird der Blick auf die Kreuzzüge gerichtet, inklusive aller Stereotypen und des andauernden Diskurses um den "Kampf der Kulturen". Dieser Konflikt wird in allererster Linie auf Kosten der palästinensischen Kinder ausgetragen. Wenn wir wirklich Frieden nach Palästina bringen wollen, sollten wir anfangen, diesen Kindern jetzt und mit vereinten Kräften zu helfen.

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