Über die geplante Rehabilitierung von "Kriegsverrätern" in der NS-Zeit schreibt die Neue Osnabrücker ZeitungTatsächlich hatten die angeblichen Delikte nichts mit Verrat zu tun. Die Verurteilten ließen sich vielmehr von moralischen oder politischen Motiven leiten. Höchste Zeit also, dies endlich auch anzuerkennen und die Unrechtsurteile aufzuheben. Diese Notwendigkeit ist selbst in der Union inzwischen erkannt worden. Sie tut sich freilich immer noch schwer. Nicht weil sie starke Zweifel in der Sache hätte, sondern offenbar weil die Initiative aus der falschen Ecke kommt: von der Linkspartei, der sie kein Erfolgserlebnis bescheren möchte. Das ist politisch verständlich.------------------------------Zur Lage im Irak meinen in Straßburg die Dernières Nouvelles d'AlsaceNichts mehr garantiert die Stabilität und die Einheit des Iraks, zumal Armee und Polizei von konfessionellen Milizen durchsetzt sind. Die Afghanisierung droht. Die neue Politik von US-Präsident Barack Obama lässt daran zweifeln. Der Irak bleibt ein Trauma für die USA, nicht nur wegen der toten Soldaten, sondern auch wegen des weltweiten Unverständnisses, das Ex-Präsident George W. Bush mit seinen Kreuzzügen ausgelöst hat. Dass die Vorreiter von Freiheit und Menschenrechten Folter legalisiert und Guantanamo eingerichtet haben, bleibt ein unauslöschlicher Fleck - nicht nur für die USA, sondern auch für den Westen. Militärisch betrachtet konnte dieser Krieg nur verloren werden. Moralisch betrachtet zählt er zu den Katastrophen des Jahrhunderts. Politisch gesehen ist es ein Scheitern.------------------------------Zum Putsch in Honduras meint in Rom La RepubblicaUS-Präsident Barack Obama hat zwei Probleme. Zum einen muss er daran arbeiten, in Honduras die "demokratische Legitimität" wieder herzustellen und den in US-Militärschulen ausgebildeten Generälen dort ein für alle Mal zu sagen, dass die Zeit der Bananen-Republiken vorbei ist. Andererseits muss er verhindern, dass die Krise nach dem Putsch nun Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez in Lateinamerika stärkt. Der gestürzte Manuel Zelaya muss an seinen Posten zurück, aber ohne Plebiszite, und er muss wie vorgesehen im November abtreten, wenn Honduras einen anderen Präsidenten zu wählen hat.
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