Die Politik der USA gegenüber Irak und Nordkorea kommentiert die Pariser Zeitung"Le Figaro"Das Weiße Haus hat mehrere Argumente, um seine paradoxe Politik zu erklären. Zum einen bestätigt Pjöngjangs atomare Provokation, wie wichtig es ist, jede "irakische Verseuchung" zu stoppen. Washingtons neue Doktrin, das präventive Handeln, stellt die ideale Abhilfe dar, heilt es doch vor dem Ausbruch einer Krankheit. In Nordkorea würde die Bombe auch nur als Waffe der Abschreckung angesehen - ausgehungert und ruiniert wie es ist, bliebe dem Land ohne das Arsenal nur noch die Wahl der Übergabe, sollte Südkorea die Halbinsel gewaltsam wiedervereinigen wollen. Saddam Hussein aber will mit einer Bombe den Nachbarn seinen Willen aufzwingen. Amerika praktiziert nur Realpolitik.Zum drohenden Irakkrieg bemerkt die römische Tageszeitung "La Repubblica"Alle bereiten sich auf den Krieg vor. Einige offen, wie Saddam, der jetzt wissen ließ, dass derzeit Freiwillige aus dem Ausland, sogar aus den USA, auf dem Wege in den Irak sind, um dort als menschliche Schutzschilde den Irak vor den amerikanischen Bombardierungen zu schützen. Andere tun es eher heimlich, wie etwa die Vereinten Nationen, die dabei sind, ihre Notpläne beschleunigt umzusetzen, um so das eigene Personal aus dem Irak herauszuholen sowie irakischen Flüchtlingen helfen zu können, von denen man Millionen befürchtet. Aber alle erwarten, dass es die Vereinten Nationen sind, die das letzte Wort über einen möglichen Waffengang sprechen werden.Zu den bevorstehenden Wahlen in Kenia schreibt der Londoner "Guardian"Die größte Sorge gilt der Frage, ob die Wahlen in Kenia frei und fair sein werden. Nicht zuletzt deshalb wird dieser Urnengang von Beobachtern so stark überwacht wie vielleicht keiner zuvor. Aber selbst wenn die befürchtete Gewalt ausbleibt und das Ergebnis als legitim anerkannt wird, bricht für Kenia noch lange keine neue Ära an. Oppositionskandidat Mwai Kibaki (71) ist bei weitem kein neuer Besen, sondern im Gegenteil, als ehemaliger Vizepräsident ein früherer Kumpel von Präsident Daniel arap Moi. Zum Angebot des Irak, den US-Geheimdienst CIA an der Waffensuche zu beteiligen, heißt es in der belgischen Zeitung "Le Soir"Die CIA einzuladen heißt, der Mannschaft von George Bush eine Falle zu stellen. Entweder er nimmt die Herausforderung an und schickt Agenten in den Irak. Wenn sie Waffen finden, werden die zerstört; finden sie keine, wirken sie lächerlich. In beiden Fällen entfällt die Notwendigkeit eines Militärschlags. Oder aber der amerikanische Präsident ignoriert die Einladung und riskiert den Eindruck, die Vereinigten Staaten verfügten gar nicht über die behaupteten "unwiderlegbaren" Beweise.
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