PRESSESTIMMEN

BLZ
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Europäische Zeitungen kommentieren den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Es schreiben in Luxemburg und BudapestLuxemburger WortDie Berichterstattung und Reaktion auf den fatalen Luftangriff der Isaf in Afghanistan verdeutlichen, wie schwer nur Demokratien über einen längeren Zeitraum Militäreinsätze im Ausland führen können. Und besonders dann, wenn die Öffentlichkeit zu Hause mit den brutalen Realitäten des Krieges konfrontiert wird. Die Taliban in Afghanistan kennen die Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten der westlichen Welt, insbesondere in den Isaf-Nationen, wissen von der Propagandawirkung der grausigen Kriegsbilder und verwenden sie entsprechend zynisch als Kriegswaffe. Vietnam, Somalia, Bosnien, Kosovo und der Irak zeugen von der Macht der Bilder. Unter ihrem Eindruck wird die politische Legitimität selbst der Intervention in Frage gestellt. Dies wiederum ist zu einem nicht geringen Teil die Verantwortung der Politik. Denn um die öffentliche Meinung zu beruhigen, dürfen sich westliche Demokratien nach Auffassung ihrer politischen Klasse nur an sauberen Kriegen beteiligen soweit das Unwort Krieg überhaupt in den Mund genommen wird. Unter diesen Bedingungen können westliche Demokratien zwar Krieg führen, aber auf Dauer kaum gewinnen. In letzter Konsequenz bedeutet dies: entweder sich vom Selbstbetrug des sauberen Krieges verabschieden, wenn eine Militärintervention gerechtfertigt erscheint, oder auf militärische Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele in Zukunft schlicht verzichten.NepszabadsagDie öffentliche Meinung in Deutschland ist grundsätzlich pazifistisch und betrachtet Auslandseinsätze der Bundeswehr mit Misstrauen und Widerstand. So war dies Mitte der 90er-Jahre, als die Kohl-Regierung Tornado-Kampfflieger nach Bosnien-Herzegowina befahl und damit eine historische Trennlinie überschritt - es waren die ersten deutschen Soldaten im Auslandseinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg. An einem historisch stark belasteten Ort auf dem Balkan verteidigten Kohl und seine Mitstreiter die Tornados mit dem Argument, dass das demokratische Deutschland auf der richtigen Seite stehe. In Afghanistan steht die Bundeswehr auch auf der richtigen Seite. Es schadet nicht, 70 Jahre nach dem Angriff der Nazis auf Polen, der den entsetzlichen Weltbrand ausgelöst hat, daran zu erinnern.

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