PRESSESTIMMEN

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Zu den Häftlingen auf Guantanamo meint die LondonerFinancial TimesDie erwartete Freilassung von 140 Guantanamo-Häftlingen nach zwei Jahren dürfte allgemein begrüßt werden. Viele haben sich als unschuldig erwiesen, und bei anderen reichen die Beweise nicht für eine Anklage. Dem Rest drohen Militärtribunale. Unter solchen Umständen könnten wahrscheinlich nur wenige in den Augen der Welt überzeugend verurteilt werden. Es mag sein, dass in Guantanamo gefährliche Leute gefangen gehalten werden, aber der Scherbenhaufen, zu dem ihre Inhaftierung, Vernehmung und die Art der ihnen drohenden Prozesse geführt haben, macht es schwieriger, sie zur Rechenschaft zu ziehen.Ganz spezielle Probleme sieht in Schröders Handelspolitik die Moskauer Nesawissimaja Gaseta"Offenbar hat die deutsche Rüstungsindustrie große Pläne in China. Wenn die Geschäfte tatsächlich so laufen, werden sich die Geschäftsinteressen Moskaus und Berlins kreuzen. Die russischen Rüstungskonzerne werden gegen deutsche Kriegstechnik konkurrieren. Zum Kyoto-Protokoll über die Treibhausgase schreibt die niederländische Zeitung VolkskrantDie Regierung in Moskau hat zwar versucht, die Berichte abzuschwächen, ließ aber die Möglichkeit offen, dass auch Russland das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet. Der Vertrag über den Kampf gegen Klimaveränderungen bliebe damit nur Theorie. Die Veränderung des Klimas kann mit Recht als globales Umweltproblem bezeichnet werden, das man nur gemeinsam lösen kann. Solange niemand einen Ausweg findet, kann man nur hoffen, dass die Temperaturen nicht zu schnell steigen.Nachdem die neue Chefin des Suhrkamp-Verlags, Ulla Berkéwicz, den Geschäftsführer Günter Berg abgelöst hatte, trat der Stiftungsbeirat zurück. Dazu dieSüddeutsche ZeitungWeder mit den anderen Gesellschaftern noch mit dem Stiftungsrat war diese Trennung im Vorhinein abgestimmt. Aber eben deshalb trieb sie nicht nur die Klärung der Machtverhältnisse im Verlag voran, sondern zugleich den Abschied des Suhrkamp Verlages aus der Ära seiner symbolischen Überhöhung. Im Stiftungsrat hatte sie noch einmal Gestalt angenommen. Über seiner Aufgabenstellung wie über seiner personellen Zusammensetzung stand in unsichtbaren Lettern geschrieben: Der Stiftungsrat ist der Hüter nicht nur des Verlages, sondern zugleich seines Anspruchs auf eine führende Rolle innerhalb der literarischen und intellektuellen Kultur Deutschlands. Sein Rücktritt zeigt eher die Stärke als die Schwäche der neuen Geschäftsführung um Ulla Berkéwicz. Er zeigt aber zugleich, dass der Preis für diese Neuordnung mit einer verlustreichen Abstoßung von symbolischem Kapital verbunden ist.

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