PRESSESTIMMEN

BLZ
2 Min

Die Lage im Nahen Osten kommentieren in Moskau, Paris, Rom und Basel"Kommersant"Wenn es Israel nicht gelingen sollte, die Aufgabe in möglichst kurzer Zeit zu lösen, wird man das Vorgehen gegen den Libanon in einem ganz anderen Licht sehen. Die Tatsache, dass die Hisbollah den Israelis in den Rücken gefallen ist und dadurch den Konflikt provoziert hat, dürfte dann in den Hintergrund treten. Stattdessen wird man das Vorgehen Israels nicht mehr als Akt der Selbstverteidigung wahrnehmen, sondern als "Eroberungskrieg", mit dem Israel unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung seinen Machtbereich ausweiten will."Libération"Angesichts der zahlreichen zivilen Opfer sprechen das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen von Verletzung des internationalen Rechts und sogar von möglichen Kriegsverbrechen, und zwar von der einen wie von der anderen Seite. Selbst die USA, die Israels Offensive unterstützen, fangen an, ihrem Verbündeten gegenüber ungeduldig zu werden. Das könnte einen Waffenstillstand beschleunigen, von dem auch der israelische Generalstab weiß, dass er unausweichlich ist, auch wenn die Generäle ihn so weit wie möglich hinausschieben möchten. Im Gegensatz zu dem, was er sagt, hat der israelische Regierungschef Ehud Olmert also nicht beliebig Zeit im Libanon."La Repubblica"Israel ist im Krieg mit der Hisbollah, die gleichzeitig eine innenpolitische Bewegung im Libanon und eine terroristische Organisation außerhalb der Grenzen des Landes ist. Der Iran hat großen Einfluss. Russland ist von allen G8-Mächten diejenige, die die engsten Kontakte mit Syrien und dem Iran hat. China ist beteiligt, wie die wichtigsten europäischen Mächte, die unfähig sind, gemeinsam als Europäische Union zu handeln. Die USA verfügen über die mächtigste militärische Gewalt, die man je gesehen hat -wie nutzen sie sie? Um ihre Bürger aus dem Libanon herauszubringen. Wenn Condoleezza Rice es schaffen sollte, einen Waffenstillstand auszuhandeln, dann nur mittels einer komplexen, diplomatischen, multilateralen Aktion. Also herzlich willkommen in der neuen, vielschichtige Unordnung - und "auf Wiedersehen" für die bisher offenbar unstrittige, einschichtige amerikanische Übermacht."Basler Zeitung"Über 80 Prozent der Israelis stehen voll hinter der Militäroperation in Libanon. Sie sind überzeugt, einen der "gerechtesten Kriege" in der Geschichte auszufechten, selbst wenn vom Nachbarstaat Libanon am Ende ein Trümmerhaufen übrig bleiben sollte. Nur, was kommt danach? Eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg ist nicht sinnvoll. Neben der Einstellung aller Kampfhandlungen sowie einer Verabredung zur Freilassung der drei israelischen Geiseln wird es darum gehen, das Gewaltmonopol der Hisbollah in Südlibanon zu brechen. Eine komplexe Aufgabe, die allenfalls mit einer multinationalen Friedenstruppe zu bewältigen ist.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner