Über den Gastgeber des G8-Gipfels schreibt in London The GuardianWenn sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen - auf Berlusconis Wunsch - in einem Erdbebengebiet treffen, haben sie das Recht zu fragen, wo sie gelandet sind: In einem Land der Ersten Welt oder der Dritten Welt. Wenn man Italien anhand der Richtwerte für wirtschaftliche Freiheit, Korruption oder Pressefreiheit beurteilt, liegt diese Antwort auf der Hand. Berlusconi ist ein Symptom, aber nicht der einzige Grund für das Abdriften des Landes. Bis die Italiener nicht ernsthafte Standards von ihrer Regierung fordern, ist das Land vielleicht nicht der richtige Ort für einen ernsthaften Weltgipfel.------------------------------Zur Entscheidung, keine finanziellen Garantien für den Bau des türkischen Ilisu-Staudamms zu geben, meint in Zürich der Tages-AnzeigerVor allem Deutschland pochte früh darauf, die Ilisu-Geschäfte nur zu versichern, wenn die Auswirkungen des gigantischen Projekts auf Menschen, Natur und Kulturgüter tragbar sind. Die Österreicher schwenkten auf diese Linie ein, womit Bern unmöglich aus der Reihe tanzen konnte. Sonst wären die Schweizer einmal mehr als profitgierig und rücksichtslos am Pranger gestanden. Völlig zu Recht. Denn trotz immer neuer Schonfristen hat es die Türkei nicht geschafft, überzeugend darzulegen, wie sie die umgesiedelten Menschen angemessen entschädigen will. Gut möglich, dass der Bundesrat etwas erschrocken ist: Erstmals hat er seine Garantien an detaillierte Bedingungen und Vorleistungen für die Menschenrechte und die Ökologie geknüpft.------------------------------Die Sozialenzyklika des Papstes bewertet die Süddeutsche ZeitungPapst Benedikts Schreiben ist eine Enttäuschung. Es fehlt ihr die visionäre Kraft, die Paul VI. 1967 in seiner Sozialenzyklika "Populorum progressio" entfaltete, die prophetische Intensität der Schreiben Johannes Pauls II. Zunehmend werden die Grenzen dieses unpolitischen Papstes sichtbar, bei der Regensburger Rede wie beim Umgang mit den traditionalistischen Pius-Brüdern. Oder eben jetzt, wo ein Wort über die neuen Dinge dieser Welt notwendig gewesen wäre - und doch nur ein schwacher Aufguss des bereits Gesagten herausgekommen ist.
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