Konzertkritik

Prewn in der Friedrichshainer Kantine am Berghain: So schön kann sich Schmerz anfühlen

Intensiv und aufwühlend: Die US-Band Prewn verwandelt die ausverkaufte Kantine am Berghain in einen emotionalen Resonanzraum zwischen Zweifel, Wut und Hoffnung. Wie machen die das nur?

Tomasz Kurianowicz
Tomasz Kurianowicz
3 Min
Prewn am 6. Juni 2026 in der Kantine am Berghain

Prewn am 6. Juni 2026 in der Kantine am Berghain

© Jessica Fonti/Bedroomdisco

Am Samstagabend ist die Luft in der Kantine am Berghain ein paar Grad heißer als sonst. Nicht nur wegen der dicht gedrängten Menge, sondern wegen einer Erwartung, die sich wie eine elektrische Aufladung durch den Raum zieht. Als Prewn die Bühne betreten – die Band aus den USA –, entlädt sich diese Spannung wie nach einem eingeschlagenen Blitz. Izzy Hagerup, unscheinbar und zugleich vollkommen präsent, zieht vom ersten Takt an das Publikum mit ihrer kratzig-intensiven Stimme in den Bann.

Die Band Prewn – bestehend aus vier Musikern – ist gekommen, um ihr zweites Album „System“ vorzustellen – ein Werk, das sich als kompromissloses Protokoll innerer Seelenzustände ankündigt: Depression, Selbstzweifel, Sinnsuche. Doch statt in Larmoyanz zu versinken, werden die Songs mit einer eigensinnigen Renitenz vorgetragen, die lange nachhallt. Diese Musik kratzt, hämmert, reißt Wunden auf – und heilt im selben Zug.

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