Private Vermittler: Mobilität und Flexibilität muß in Deutschland größer werden

Zeitarbeit bietet Fachkräften Chancen

BLZ
2 Min

Berlin. Die Arbeitslosigkeit erreicht immer neue Höchststände. Viele bangen um ihren Job. Was kann man dagegen tun? Die Berliner Zeitung geht Tendenzen und Auswegen nach. Heute: Was können die privaten Arbeitsvermittler leisten? Hans Erdmann befragte Jürgen Uhlemann, Vorsitzender des Bundesverbandes Personalvermittlung (BPV).Berliner Zeitung: Private Arbeitsvermittler sind seit eineinhalb Jahren tätig. Mit welchem Erfolg?Jürgen Uhlemann: Wir haben bisher rund 20 000 Arbeitsstellen vermittelt. Das ist zwar - gemessen an den Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit - relativ wenig, aber es handelt sich um feste Anstellungen. Wir, die rund 100 Firmen unseres Verbandes, sind damit noch lange nicht zufrieden. Unser Ziel ist es, im Jahr 100 000 feste Stellen zu vermitteln. Wir können aber keine Arbeitsplätze schaffen, sondern nur das vermitteln, was die Wirtschaft auch anfordert.Wo liegt Ihre Hauptklientel?Wir vermitteln zu rund 93 Prozent gut ausgebildete Facharbeiter und Angestellte, acht Prozent sind bei uns Ungelernte. Relativ viel nachgefragt aus der Wirtschaft werden derzeit Angestellte im Dienstleistungsbereich, Außendienstmitarbeiter sowie Fachkräfte im weitesten Sinne im Multitmedia- und im EDV-Bereich.Welche Chancen hat ein Langzeitarbeitsloser, der in eines der über 500 Büros der privaten Arbeitsvermittler in Deutschland kommt?Er hat bei uns größere Chancen als bei der Bundesanstalt für Arbeit, wenn er auch bereit ist, sich auf Zeit vermitteln zu lassen. Voraussetzung ist eine passable Ausbildung. Nicht selten werden Mitarbeiter, von den Firmen übernommen, wenn sie gute Arbeit leisten. Auch Ältere zählen übrigens dazu.Der Arbeitsmarkt ist eng. Trotzdem werden immer wieder Fachkräfte gesucht. Ein Widerspruch?Ja und nein. Unsere Erfahrungen als private Arbeitsvermittler besagen, daß wir in Deutschland eine höhere Flexibilität und Mobilität der Arbeitskräfte brauchen. Wir erleben es immer wieder, daß Facharbeiter am Ort X gesucht werden, dort nicht vorhanden sind, es aber am Ort Y diese, allerdings arbeitslosen Kräfte gibt. Ich meine, der Arbeitsuchende muß auch mehr als früher bereit sein, seinen Wohnort zu wechseln, einfach dahin zu ziehen, wo es Arbeit gibt.Was kostet die Arbeitsvermittlung bei den Privaten? Wo unterscheiden sie sich vom Arbeitsamt.?Die Arbeitsvermittlung koste bei uns nichts. Diese bezahlen die Unternehmen, die über uns Arbeitskräfte suchen. Wir kümmern uns sehr individuell um jeden einzelnen Arbeitssuchenden, gehen direkt in die Firmen und wissen daher sehr genau, wo der Bedarf liegt. +++

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