Es dürfte jetzt jedem denkenden Menschen klar geworden sein, dass die Privatisierung des öffentlichen Nahverkehrs ein Fehler war, denn die Unternehmen machen, was sie wollen. Ihr öffentlicher Auftrag scheint ihnen schnuppe zu sein. Aus fadenscheinigen technischen Gründen stellt die Berliner S-Bahn GmbH am Morgen des 30. Juni mehr als die Hälfte ihres Verkehrs ein, ohne dies vorher anzukündigen, was selbst bei einem Streik üblich ist. Auf der S5 fuhren weder die Einsetzer aus Mahlsdorf noch die aus Hoppegarten.Die S-Bahn ist auch ansonsten nicht in der Lage, die normalen Wartungsarbeiten zeitgerecht durchzuführen, zum Beispiel eine Türstörung ad hoc zu beseitigen, da hängt statt dessen tagelang ein roter Aufkleber an der Tür. Und nun soll auf einmal an einem Tag die Hälfte der Züge der Baureihe 481 technisch überprüft werden? Vor acht Wochen gab es durch einen Radbruch in Kaulsdorf einen Unfall. Die S-Bahn tat nichts und setzte die Reisenden dadurch der latenten Gefahr aus, dass sich das wiederholt.Mit der Baureihe 481, die komplett nach der Wende gebaut wurde, hat es sowieso eine eigenartige Bewandtnis. In den klimatisierten Wagen mussten nachträglich Fenster eingebaut werden und die Reisenden sind einer unglaublichen Zugluft ausgesetzt, wenn eines dieser Fenster geöffnet wird. Klimatechnisch eine Fehlkonstruktion.Die Berliner und Brandenburger haben die Nase voll von den Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf und der Willkür der Berliner S-Bahn GmbH und dem Untätigsein der Aufsichtsgremien im Berliner Senat. Wir haben kein Verständnis.Rüdiger Burchardt, Berlin
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