Liebe Ärzte, bitte nehmen Sie mich aus! Alles, was Sie wollen. Alles, was Sie brauchen. Alles, was noch benutzbar ist. Das ist mein Wunsch bei der Frage der Organspende. Ich muss sterben, das ist das Einzige, was ich mit hundertprozentiger Sicherheit über meine Zukunft sagen kann, deshalb bin ich trotz aller Zweifel für die heiß diskutierte Widerspruchslösung, dass also alle Bundesbürger automatisch Organspender sind; ausgenommen all jene, die explizit widersprechen.
Diese Zwangsmaßnahme des Staates ist eine der wenigen, die ich akzeptieren kann. Natürlich handelt es sich um eine Übergriffigkeit, und natürlich gehört mein Körper mir. Aber für mich, als toleranter Atheist, gehört er nur so lange mir, wie ich lebe. Für die Zeit nach meinem Tod bin ich etwas großmütiger; da können auch Teile weiterverwendet werden. Denn sie sollen nicht für dubiose Experimente benutzt werden, sondern um Leben zu retten oder zu verlängern. Für die Spende gilt der Hirntod als anerkannte Grenze – und trotz aller Einzelwunder will ich auch tot sein, wenn mein Hirn es ist.
Organspende
Sollen alle automatisch Organspender sein? Ich bin dafür
Mein Körper gehört mir nur bis zum Tod, danach kann mit einzelnen Teilen gern Leben gerettet werden. Diese Idee teilen die meisten in Deutschland und Europa.
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Bei der Organspende geht es darum, dass die Vergabe ethisch sauber, sozial ausgewogen und transparent ist.
© Fotoillustration: Berliner Zeitung am Wochenende. Bilder: Imago
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