Zum ersten Mal veranstaltet ProSieben heute einen Boxabend, Beginn ist 20.15 Uhr. Nach ARD, ZDF, RTL und DSF steigt damit der fünfte Sender ins Boxgeschäft ein. Allerdings kann vermutet werden, dass mit einem Moderator wie Stefan Raab und einem Ringsprecher wie Oliver Pocher die Veranstaltung etwas anders aussehen wird als bei der Konkurrenz. Wir sprachen darüber mit ProSieben-Unterhaltungschef Jobst Benthues.Warum muss nun auch noch ProSieben Boxen zeigen, ist das Gruppenzwang oder Notwendigkeit?Uns hat sich die Gelegenheit geboten, einen jungen Boxstall mit jungen Boxern von Anfang an zu begleiten. Es ist einfach ein reizvoller Versuch, ProSieben und Boxsport zusammenzubringen.Wie lange soll der Versuch dauern?Wir haben uns erstmal auf drei Abende verständigt. Bei Erfolg geht es weiter.Was müssen Sie anders machen als die anderen Sender?Wir fühlen uns ja schon immer ein bisschen als Sportsender, weil wir so großartige Veranstaltungen haben wie die Wok-WM, Stockcar-Crash-Challenge oder Raabs Parallelslalom. Da galt: Entertainment meets Sport. Wir drehen das jetzt einfach um, wir betreiben ernsthaften Sport und verfeinern ihn mit dem einen oder anderen Entertainment-Element. Wir sind in eine etwas kleinere Sportarena in Köln-Mülheim gezogen, wir haben mit "Monrose" und "Manowar" zwei Showacts im Programm. Wir versuchen das auch bei den Moderatoren, wo Regina Halmich für seriöses Boxen steht und Stefan Raab für Entertainment. Das sind die Zutaten, um Sport im ProSieben-Gewand zu präsentieren.Besteht nicht die Gefahr, dass Pro Sieben mit dem Einsatz von Comedians wie Raab und Oliver Pocher das Ganze ein bisschen ins Lächerliche zieht?Auf keinen Fall. Oliver Pocher ist ja nicht alleine am Ring, sondern hat mit Jan Stecker einen absoluten Boxexperten zur Seite. Und auch Pocher wird ganz ernsthafte Fragen stellen. Wir haben in keinster Weise vor, daraus eine Comedy-Veranstaltung zu machen. Die Boxer stehen am Anfang ihrer Karriere, wir zeigen Sport.Neu ist, dass der Boxabend bereits um 20.15 Uhr beginnt, bei anderen Sendern läuft dieser Sport wesentlich später. Worauf gründet sich Ihr Optimismus, dass das funktioniert?Das hat vor uns einfach noch keiner versucht. Wir wissen, dass unsere junge, überwiegend männliche Zielgruppe sportbegeistert ist und hoffen, dass wir ihr einen guten Boxabend präsentieren können.Können Boxer überhaupt zu so früher Stunde boxen?Das weiß ich nicht, ich steh' ja nicht im Ring. Im Ernst: Die Boxer wissen seit ein paar Wochen, dass sie relativ früh dran sind und haben ganz sicher ihren Biorhythmus angepasst.Sitzen bei ProSieben auch die üblichen Luden und Luder am Ring?Nein, nein. Wir haben viele von unseren ProSieben-Gesichtern und VIPs eingeladen und wollen das als ganz sauberen Boxsport präsentieren. Wir haben aber auch Karten in den Verkauf gegeben und ich kann nicht für jeden Besucher meine Hand ins Feuer legen. Es musste keiner seinen Personalausweis vorzeigen.Welche Quote erwarten Sie?Ein Erfolg ist alles, was über dem Senderschnitt von 11 Prozent liegt.Das Interview führte Ralph Kotsch.------------------------------Foto: Jobst Benthues, Unterhaltungschef und stellvertretender Geschäftsführer von ProSieben------------------------------Foto: Weltmeisterin Regina Halmich schnürt Nachwuchsboxerin Susianna Kentikian (19) die Handschuhe. Sie kämpft gegen Carolina Alvarez aus Venezuela um die WBA-Weltmeisterschaft.
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