Protest gegen Festplatz

Kleingärtner fürchten Lärm

dg
2 Min

WEDDING. Die Kleingärtner in den Kolonien "Quartier Napoleon" und "Plötzensee" befürchten, daß sie in ihren Kleingärten keine Ruhe mehr haben, wenn der zentrale Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm gebaut wird. Anfang März gehen die Bauarbeiten in ihre wichtigste Phase. Dann sollen die Bunker auf dem ehemaligen Munitionsgelände der französischen Allierten abgerissen werden.In den Kolonien Quartier Napoleon und Plötzensee, die westlich des geplanten Festplatzes liegen, haben jeweils 200 Kleingärtner ihre Häuschen. "Die Musik vom Festplatz und das Geschrei der Leute, die Achterbahn oder Karussell fahren, wird sicher zu uns herüberdringen", sagt Peter Lehmann, der in der Kolonie Quartier Napoleon ein Gartenhaus hat. Einige seiner Nachbarn überlegten sich schon, ihr Haus zu verkaufen. "Wenn der Festplatz fertig ist, bekommen wir für unsere Kleingärten nicht mehr das Geld, das wir dafür bezahlt haben", so Lehmann. Außerdem sind die Kleingärtner verärgert, daß sie keine Parkplätze mehr haben. "Im vergangenen November wurden uns 200 Parkplätze weggenommen", sagt der Vorsitzende des Bezirksverbands der Kleingärtner Peter Ehrenberg. Als ökologischer Ausgleich für ein Wiesenstück, das beim Bau des Festplatzes zubetoniert werden muß, soll auf dem ehemaligen Parkplatz eine neue Wiese gepflanzt werden. Wo die Kleingärtner ihre Autos abstellen sollen, ist unklar. Baustadtrat Bernd Schimmler (SPD) hat dem Verbandsvorsitzenden zwar zugesichert, sich um das Problem zu kümmern. Eine Ersatzflächehat der Bezirk allerdings nicht.Am Freitag teilte die Senatsfinanzverwaltung mit, daß die Bezirke unverbaute Haushaltsgelder für bereits begonnene Maßnahmen nicht ins neue Jahr übertragen dürfen. Damit ist aber auch der Weiterbau des Platzes gefährdet. "Der Senat muß diese Entscheidung wieder aufheben, sonst macht er sich lächerlich", sagt Baustadtrat Schimmler. Schließlich habe der Senat jahrelang gewollt, daß Berlin einen Festplatz bekomme.Die auf 10 Millionen Mark veranschlagten Kosten für das acht Hektar große Areal werden jeweils zur Hälfte mit Senatsgeldern und Fördermitteln der EU bezahlt. Bis September 1999 sollen die Umbauarbeiten beendet sein. (dg.)

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