Australien

Protest gegen Olympia-Stadion: Polizei räumt Camp in Brisbane

Indigene Gruppen wollen den Park dauerhaft als Kulturerbe schützen lassen. Die Regierung von Queensland hält am Baubeginn fest.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Polizisten räumen im Victoria Park in Brisbane das Protestcamp am geplanten Standort des Olympia-Stadions.

Polizisten räumen im Victoria Park in Brisbane das Protestcamp am geplanten Standort des Olympia-Stadions.

© Darren England/imago

Die Polizei im australischen Brisbane hat ein Protestcamp im Victoria Park-Barrambin geräumt und fünf Menschen festgenommen. Dort soll das Hauptstadion für die Olympischen Spiele 2032 entstehen.

Das Gelände soll am Montag an die Infrastrukturbehörde für Olympia 2032 übergehen. Umweltaktivisten und indigene Aktivisten hatten das sogenannte Goori Camp Embassy dort mehr als 60 Tage lang unterhalten und wollten die Arbeiten bis zur Entscheidung über Kulturerbe-Schutz verzögern.

Zwischen Räumung und Bauvorbereitung

Nach Angaben des australischen Senders ABC News waren auch Feuerwehr und Stadtverwaltung an dem Einsatz beteiligt. Die Behörden setzten den Protestierenden eine Frist bis 14 Uhr Ortszeit. Später entfernten Polizei und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Zelte und persönliche Gegenstände.

Die Regierung von Queensland und der Stadtrat von Brisbane erklärten, das Camp werde mit dem bevorstehenden Beginn der Bauarbeiten zu einem Sicherheitsproblem. Zugleich erklärten sie, der Park solle mit neuen Anlagen für 2032 und erneuerten Grünflächen umgestaltet werden.

Kritik von Aktivisten und Menschenrechtsbehörde

Protestorganisator Derek Oram Sandy sagte ABC News, der Standort sei heilig  – das Stadion werde Quellen, Landschaft sowie kulturelle Zeugnisse der Aborigines, der Ureinwohner Australiens, zerstören. Der Menschenrechtsbeauftragte des australischen Bundesstaats Queensland mahnte, Entscheidungen über First-Nations-Gemeinschaften müssten unter echter Beteiligung getroffen werden. Die National Indigenous Times berichtete zudem über Kritik an der Räumung aus der indigenen Community und von den Grünen.

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Streit um Kulturerbe und Olympia-Vertrag

Der Konflikt um Victoria Park dauert seit Monaten an. In der Denkmalliste von Queensland wird der Park als historischer Sammel- und Lagerplatz der Aborigines geführt. Zugleich planen Anwohner der Gruppe Games Watchdog 2032 nach ABC-Angaben eine Klage vor dem Obersten Gericht von Queensland, weil sie den Bau für unvereinbar mit dem Olympia-Vertrag und der Bewerbung Brisbanes halten.

Brisbane richtet 2032 nach Melbourne 1956 und Sydney 2000 zum dritten Mal Olympische Spiele in Australien aus. Die Spiele sollen nach dem Konzept der Organisatoren stark auf bestehende und neue Sportstätten im Bundesstaat Queensland verteilt werden. Das geplante Stadion in Brisbane ist dabei als zentrale Arena vorgesehen.

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