Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin werden am Mittwoch zahlreiche Arztpraxen in der Hauptstadt nicht geöffnet sein. Über 2000 Mitglieder hätten sich für eine Fortbildungsveranstaltung angemeldet, die Teil eines Aktionstags gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rechnet damit, dass die meisten Kinder- und Jugendarztpraxen geschlossen bleiben.
Für akute Fälle verweist die KV Berlin auf ihre Notdienstpraxen. Geöffnet sind am Mittwoch unter anderem Standorte im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, im Sana Klinikum Lichtenberg sowie in den DRK Kliniken Westend.
Verbände warnen vor Folgen für die Versorgung
Mit dem Aktionstag richten sich die Verbände gegen ein Gesetzesvorhaben, das aus ihrer Sicht den wirtschaftlichen Druck auf die Praxen erhöhen würde. Die KV Berlin warnt vor einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in der Stadt. „Die Konsequenzen werden die Berliner:innen spüren: weniger Praxen, längere Wartezeiten, eingeschränkte Leistungen“, heißt es in einer Mitteilung der KV. Die vorgesehenen Maßnahmen seien „reine Sparmaßnahmen auf dem Rücken der ambulanten Versorgung“.
Der BVKJ sieht insbesondere die Versorgung von Kindern und Jugendlichen gefährdet. Wichtige Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen könnten künftig schwerer zugänglich werden, befürchtet der Verband. Zugleich gerieten Praxen finanziell unter Druck, wenn zusätzliche Behandlungen nicht mehr in vollem Umfang vergütet würden. „Kein Kinder- und Jugendarzt kann es sich leisten, seine Leistung zum Dumping-Preis anzubieten“, sagte der Berliner Landespressesprecher des BVKJ, Jakob Maske. „Die Regelversorgung wird eingeschränkt werden und die Versorgung wird sich verschlechtern.“
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