Etwa 300 Demonstranten gegen die Abschiebung von Kurden haben am Freitag mehrfach Straßen am Steglitzer Kreisel blockiert. Dabei kam es zu Rangelein mit der Polizei. Gleichzeitig demonstrierten auf dem Breitscheidplatz etwa 900 Menschen gegen die Abschiebung von Flüchtlingen nach Ex-Jugoslawien.Das "Bündnis gegen Abschiebungen" hatte auf Flugblättern für Freitag 15 Uhr zu einer Blockade der Stadtautobahnzufahrt am Steglitzer Kreisel aufgerufen. l)en stärksten Widerhall fand dies bei der Polizei. Hunderte Beamte hatten bereits ab 13 Uhr die Zufahrtsstraßen zum Kreisel besetzt, waren mit Hubschrauber, Wasserwerfern, Feuerlöschern und Videokameras in Stellung gegangen.Als um 15 Uhr nichts geschah, ergriff die Polizei die Initiative. Sie drängte zahlreiche junge Leute, unter denen keine Kurden auszumachen waren, von Parkbänken und Bürgersteigen weg von der Autobahn. Sekundenschnell hatten plötzlich dutzende bis dahin "normale" Passanten die Fahrbahn besetzt, Transparente entrollt und Sprechchöre wie "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord" skandiert. Ebensoschnell räumte die Polizei die Straße. Diese Prozedur wiederholte sich noch etwa 20mal rund um die Kreuzung Schloß-/Grunewaldstraße, wobei acht Personen vorübergehend festgenommen wurden.Einige I)emonstranten erkannten plötzlich die Chance, die Ijemonstration offiziell anzumelden und damit von der Polizei eskortieren statt auflösen zu lassen. Dies gelang sofort. Der Aufzug auf der Schloßstraße wurde genehmigt, nachdem die etwa 300 Demonstranten versprochen hatten, die Veranstaltung am Walther-Schreiber-Platz zu beenden. Was prompt geschah.
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