Fußgänger Axel K. hatte "Grün", als er im September 1995 die Osloer Straße überquerte. Dennoch erfaßte ein Auto den Mann. Der Vater dreier Kinder starb. Gestern begann vor dem Amtsgericht Tiergarten der Prozeß gegen den Autofahrer.Viel hörten die Richter von Kadir C. nicht. "Es stimmt alles", räumt der 35jährige ein. "Aber weiter sage ich nichts." Die Anklage wirft ihm fahrlässige Tötung, Trunkenheit am Steuer und Fahren ohne Führerschein vor. Bis zu fünf Jahren Haft drohen ihm. An jenem Abend kam C. von einer Feier. Obwohl er reichlich getrunken hatte, setzte er sich ans Steuer: Ein Test ergab bei ihm später einen Blutalkoholwert von rund 2,6 Promille. An der Kreuzung Osloer Straße/Schwedenstraße in Wedding passierte es. Laut Anklage beachtete K. das Rotlicht nicht und fuhr den 48jährigen Fußgänger an. Das Opfer flog mehrere Meter durch die Luft. Die Beine wurden ihm abgerissen. Er starb auf der Stelle.C. ist mehrfach wegen Verkehrsdelikten vorbestraft. Der Führerschein war ihm deshalb abgenommen worden. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte gestern ein Polizist, der den Unfall beobachtet hatte. Ihm und seinem Kollegen war C. aufgefallen, weil er dem Polizeiwagen kurz zuvor an der Markstraße die Vorfahrt genommen hatte. Die Beamten fuhren hinter dem Wagen von C. her. "Als er uns bemerkte, fuhr er schneller", sagt ein Beamter. Kurz darauf kam es zu dem Unfall.Der Verteidiger wirft den Polizisten eine Mitschuld an dem Unfall vor. Er will wissen, warum die Beamten C. nicht angehalten haben. "Wir hatten einen Mann im Wagen. Ihn durften wir mit einer Verfolgungsjagd nicht gefährden", betonen die Polizisten. Nun müssen weitere Zeugen gehört werden. Der Prozeß beginnt deshalb im kommenden Jahr von neuem. +++
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