Einsatzkräfte der Bundespolizei haben am Dienstagmorgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Duisburg mehrere Objekte durchsucht, auch in Berlin. Wie die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock mitteilte, gibt es zudem Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Hintergrund der Ermittlungen ist ein Strafverfahren vor dem Landgericht Duisburg. Gegen zwei Angeklagte im Alter von 27 und 42 Jahren wird seit Sommer 2024 wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern mit Todesfolge verhandelt. Bei einer dieser Schleusungen, von Libyen über das Mittelmeer nach Italien, im September 2022 kamen 108 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Dem jüngeren Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, bei einer der Fahrten ein Schleuserboot selbst gesteuert zu haben.
Es bestehe der Verdacht, dass einige für den Prozess geladene Zeugen zur Falschaussage angestiftet wurden. Daher durchsucht die Polizei nun die Objekte, um möglicherweise weitere Beweismittel zu sichern, um die Falschaussagen sowie die mögliche Beeinflussung der Zeugen nachweisen zu können.
Wie die Polizei am Mittag mitteilte, konnten „umfangreiche Beweismittel“ gesichert werden. Dazu gehörten wie Mobiltelefone, Laptops und Speichermedien. Die Auslesung und Auswertung der sichergestellten mobilen Endgeräte dauere an.
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