Debatte

Mehr als Amok: Warum der Anschlag von Magdeburg politisch ist

Zwischen Trauer, Instrumentalisierung und Aufarbeitung: Das Urteil entscheidet, wie der Weihnachtsmarktanschlag von 2024 im kollektiven Gedächtnis verankert wird.

Kevin Rittberger
6 Min
Die gefesselten Hände des Angeklagten Taleb al-Abdulmohsen, dessen Tat vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt wird

Die gefesselten Hände des Angeklagten Taleb al-Abdulmohsen, dessen Tat vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt wird

© Peter Gercke/dpa

Im Prozess am Landgericht Magdeburg gegen Taleb Al-Abdulmohsen, der wegen sechsfachen Mordes und versuchten Mordes in 338 Fällen angeklagt ist, rückt das Urteil näher. Als letzten Verhandlungstag hat der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg den 26. Juni anberaumt. 

In den Medien überwiegt inzwischen das Bild eines Täters, dessen Motive unklar sind. Mal wird seine Herkunft genannt, mal seine Sympathie für die AfD. Dann wird wieder alles zugunsten einer persönlichen Kränkung im Streit mit einem Kölner Flüchtlingsverein weggewischt. Auf rechten Kanälen überwiegt das Bild eines „Verrückten“, der niemals hätte ins Land gelassen werden sollen, geschweige denn die Erlaubnis bekommen, selbst als Psychiater zu arbeiten.

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