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PSG-Triumph überschattet: Ein Toter und hunderte Festnahmen nach Krawallen in Frankreich

Der Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain wurde von schweren Ausschreitungen überschattet. Ein Mensch starb, hunderte weitere wurden verletzt oder festgenommen.

4 Min
Bei Ausschreitungen nach dem PSG-Sieg brannten in Paris Leihfahrräder und Motorroller.

Bei Ausschreitungen nach dem PSG-Sieg brannten in Paris Leihfahrräder und Motorroller.

© Julien Mattia/dpa

Nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain (PSG) ist es in Frankreich zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurde ein Mensch getötet, 219 weitere wurden verletzt. Landesweit nahm die Polizei 780 Menschen fest, mehr als 450 davon kamen in Gewahrsam. Allein in Paris registrierten die Behörden 480 Festnahmen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Vorwürfe reichten von Angriffen auf Polizeibeamte über Sachbeschädigung bis hin zu Diebstahl und unerlaubtem Waffenbesitz. Nuñez bezeichnete die Ausschreitungen als „absolut inakzeptabel“. Die große Mehrheit der Fans habe friedlich gefeiert. Gewalttäter hätten die Feierlichkeiten jedoch gezielt für Ausschreitungen und Plünderungen genutzt.

PSG hatte sich am Samstagabend in Budapest im Elfmeterschießen gegen den FC Arsenal durchgesetzt und damit seinen Titel in der Champions League aus dem Vorjahr verteidigt. Tausende Fans feierten anschließend in Paris und anderen Städten. Nach Angaben der Polizei versammelten sich allein auf den Champs-Élysées rund 20.000 Menschen. Die Feierlichkeiten wurden jedoch von Gewalt, Bränden und Zusammenstößen mit der Polizei überschattet.

PSG-Fans und Polizisten geraten in Paris aneinander.

PSG-Fans und Polizisten geraten in Paris aneinander.

© Julien Mattia/imago

Ein Toter und Hunderte Verletzte

Bei den Ausschreitungen kam ein 24-jähriger Mann ums Leben. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Französische Medien berichteten unter Berufung auf Zeugen, der Mann sei auf dem Pariser Stadtring mit einem Motorrad gegen Betonbarrieren geprallt. Die Behörden untersuchten den Vorfall.

Zudem befand sich ein Jugendlicher nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung in einem anderen Teil der Hauptstadt in kritischem Zustand. Ob der Vorfall unmittelbar mit den Fußballfeiern zusammenhing, blieb zunächst offen.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden insgesamt 219 Menschen verletzt. Darunter waren 57 Polizisten. Acht Verletzte befanden sich laut Behörden in ernstem Zustand.

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Tränengas und brennende Fahrzeuge

Wie die BBC und französische Medien berichteten, kam es bereits während des Spiels zu ersten Spannungen rund um das Stadion Parc des Princes, wo Zehntausende Fans die Partie auf Großbildschirmen verfolgten. Nach dem Abpfiff eskalierte die Lage in mehreren Teilen von Paris.

Fernsehbilder und Aufnahmen in sozialen Netzwerken zeigten brennende Motorroller und Leihfahrräder, zerstörte Schaufenster sowie Feuerwerkskörper, die in Richtung von Sicherheitskräften abgefeuert wurden. Die Polizei setzte Tränengas ein, um Menschenmengen aufzulösen. Bus- und Bahnverbindungen wurden zeitweise eingeschränkt oder unterbrochen.

Großaufgebot für die Siegesparade

Die Behörden hatten sich auf mögliche Krawalle vorbereitet. Bereits in der Nacht waren tausende Polizisten und Gendarmen im Einsatz. Für die Siegesparade von PSG am Sonntag mobilisierten die Sicherheitskräfte erneut rund 6000 Beamte.

Geplant sind Feierlichkeiten am Champ-de-Mars nahe dem Eiffelturm sowie ein Empfang der Mannschaft durch Präsident Emmanuel Macron im Élysée-Palast. Am Sonntagnachmittag werden fast 100.000 Menschen in Paris erwartet, hieß es.

Politiker verurteilen Ausschreitungen

Die Ausschreitungen lösten auch politische Reaktionen aus. Die Vorsitzende der rechten Partei Rassemblement National, Marine Le Pen, erklärte auf X: „Nur in Frankreich löst der Sieg eines Fußballvereins Krawalle aus.“ Zudem müssten sich die Menschen in Frankreich inzwischen an einem Abend des Feierns in ihren Häusern einschließen, um nicht mit Gewalt konfrontiert zu werden.

Auch die Präsidentin der Region Île-de-France, Valérie Pécresse, forderte Konsequenzen gegen die Verantwortlichen. Die „hirnlosen Schläger“, die glaubten, alles zerstören zu können, beschädigten das Ansehen von Paris und Frankreich, schrieb sie auf X. Es müsse möglich sein, Siege friedlich in Paris und der Region zu feiern.

Erinnerungen an die Ausschreitungen vom Vorjahr

Die erneuten Krawalle wecken Erinnerungen an die Feierlichkeiten nach dem ersten Champions-League-Triumph des Klubs im vergangenen Jahr. Damals kamen bei Ausschreitungen in Frankreich zwei Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und mehr als 500 Personen festgenommen. Reuters und französische Medien sprachen damals von einer der schwersten Gewaltwellen im Zusammenhang mit Fußballfeiern der vergangenen Jahre.

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