Hitzestress

Psyche und Hitze: Mehr Angst und depressive Symptome schon ab 25 Grad

Ein Team um die Juniorprofessorin Hannah Wallis in Magdeburg erforscht den Zusammenhang von Hitzestress, Psyche und Selbstschutzmaßnahmen.

Torsten Harmsen
Torsten Harmsen
3 Min
Hannah Wallis, Juniorprofessorin

Hannah Wallis, Juniorprofessorin

© Sarah Kossmann

Viel trinken, die Sonne meiden, in den heißesten Stunden nicht rausgehen! So lauten die Tipps für Hitzetage, damit der Körper keinen Schaden erleidet. Doch wie ist es mit der Psyche? Hier lauten Ratschläge, dass man den Leistungsdruck reduzieren, Angst und Unruhe mit Atemübungen und Ablenkung begegnen und den Konsum von Krisennachrichten reduzieren sollte.

Nun ist eine neue Studie zum Thema Hitze und psychische Gesundheit erschienen. Geleitet wurde sie von Hannah Wallis, seit Mai 2026 Juniorprofessorin für Körperstressstörungen am Uniklinikum Magdeburg. Sie erforscht, wie äußere Stressoren Körper und Psyche unter Druck setzen und wie man das in Vorsorge und Therapie besser berücksichtigen kann.

Bereits bei Temperaturen ab 25 Grad steigt die Wahrscheinlichkeit für ängstliche oder depressive Symptome, lautet ein Ergebnis der Studie. Gefährdet seien vor allem Personen, „bei denen sowohl psychische als auch körperliche Vorbelastungen zeitgleich vorliegen“, ergab die Untersuchung mit 183 Teilnehmern. „Gleichzeitig wissen wir, dass psychologische Faktoren wie Risikowahrnehmung und Selbstwirksamkeit das Schutzverhalten steuern“, sagt Hannah Wallis.

„Selbstwirksamkeit“ bedeutet, dass man überzeugt ist, schwierige Situationen auch meistern zu können

Warum ergreifen manche Menschen bei Hitze vorbeugende Maßnahmen und andere nicht?, lautete die Frage. Dazu wurden 1803 Erwachsene in Deutschland befragt. Und es zeigte sich, dass es nicht nur um die Risikowahrnehmung geht, sondern auch darum, ob dabei negative Gefühle ausgelöst werden. „Selbstwirksamkeit“ wiederum ist ein Begriff dafür, dass man überzeugt ist, schwierige Situationen meistern zu können – indem man selbst aktiv wird.

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In einer Folgestudie untersucht das Team um Hannah Wallis mit 539 Teilnehmern, „ob sich die Risikowahrnehmung von Hitzebelastungen im Tagesverlauf verändert und ob gezielte Informationen Menschen dazu motivieren können, rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Per App gibt es auch Hitzeschutzinformationen.

Man könnte also laienhaft sagen: Es ist normal, dass man angesichts von bis zu 40 Grad ein mulmiges Gefühl kriegt, gerade wenn man körperlich vorbelastet ist und zu Ängsten neigt. Doch es ist wichtig, Risiken richtig einzuschätzen (wann und wo kann es gefährlich werden?) und dann auch Vorsorge zu treffen, statt sich durch Panik lähmen zu lassen. Wenn man in einer Dachwohnung ohne Klimaanlage wohnt, bleibt da vielleicht nur die Flucht in den Keller.

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