Die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, hat zentrale Ziele des Konzerns bei Pünktlichkeit, Digitalisierung und Wachstum nach unten korrigiert. „Wir verabschieden uns von unerreichbaren Versprechen“, erklärte Palla nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Berlin. „Wir setzen auf realistische Ziele und Fakten.“
Damit beendet die Bahn-Chefin auch die Strategie „Starke Schiene“ ihres Vorgängers Richard Lutz. Wachstumsorientierte Ziele wie eine Verdoppelung der Reisendenzahlen hätten sich „angesichts veränderter Rahmenbedingungen als nicht haltbar erwiesen“, teilte das Unternehmen mit.
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Pünktlichkeit erst 2035 bei 80 Prozent
Im Fernverkehr strebt der Konzern bis 2030 eine Pünktlichkeitsquote von 69 bis 72 Prozent an. Erst bis 2035 soll der Wert auf 80 Prozent steigen. Lutz hatte seit 2017 wiederholt eine baldige Rückkehr zu einer Quote von 80 Prozent in Aussicht gestellt. Tatsächlich sank die Pünktlichkeit zuletzt kontinuierlich: von 64 Prozent im Jahr 2023 auf 62,5 Prozent 2024 und rund 60 Prozent im vergangenen Jahr.
Palla stellte klar, dass die für 2035 angepeilten 80 Prozent nur mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung der Politik erreichbar seien.
Digitalisierung bis 2035 nicht machbar
Auch die vollständige Digitalisierung der Schiene bis 2035 sei „nicht realistisch“, teilte die Bahn mit. Das bisherige Vorhaben eines „digitalen, vollautomatisierten Bahnsystems“ bis zu diesem Jahr sei unmöglich. „Solange noch alte Stellwerke aus der Kaiserzeit existieren, müssen Stellwerke Schritt für Schritt ersetzt werden“, hieß es vom Konzern.
Das Bundesverkehrsministerium unter Patrick Schnieder (CDU) hatte sich bereits mit der Ernennung Pallas im September von den ambitionierten Zielvorgaben distanziert. Schnieder forderte damals 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029, mittelfristig 80 Prozent und langfristig 90 Prozent. (mit AFP)
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